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Patong | V Similan Islands | V Patong | V Ko Lanta | V Railay Beach |
Sodom und Gomorrha hat einen 3Letter-Code: HKTNein, diesmal ist es kein Bericht wie ich ihn sonst immer schreibe. Es ist eher eine Reisewarnung. Ich denke schon viel in dieser Welt gesehen zu haben. Dabei sah ich viel Schönes und weniger Schönes. Jetzt war ich zum zweiten Mal in Thailand. Der Ruf von Thailand ist eigentlich etwas ruiniert. Auf meiner letzten Reise dorthin empfand ich es nicht so schlimm wie befürchtet und auch diesmal bestätigte sich dieses Vorurteil nicht, mit einer Ausnahme: Die Stadt heißt Patong und liegt im Bundesstaat Phuket. Aber der Reihe nach ... Die eigentlichen Gründe dorthin zu fahren waren, daß ich noch zu viel Urlaub hatte und einmal wieder Tauchen wollte. Das Land bietet optimale Voraussetzungen zum Tauchen. Es ist halbwegs billig und hat wunderschöne Riffe, vor allem im Südosten. Als dann die Singapur Airlines mit Sonderangeboten unter anderem auch nach Phuket umsich warf, stand die Entscheidung fest. Die größte Stadt in Phuket ist Patong. Von hier kann man das Tauchen organisieren und man sollte annehmen, daß es auch genügend billige Hotels gibt. Nachdem ich dort also angekommen war, organisierte ich einen viertägigen Tauchtrip. Ich mußte 1 1/2 Tage warten bis das Boot fuhr, sodaß ich etwas Zeit zum ausschlafen und für die Gewöhnung an die Zeitumstellung hatte. Große Lust zum Anschauen der Stadt hatte ich keine und mir blieb erst mal vieles von dem erspart, was ich nach dem Tauchen noch sehen und erleben sollte. Da ich es ruhig angehen wollte, setzte ich mich dann am Abend in vor die Lobby des Hotels und las ein Buch. Da ich den Eingang im Blick hatte, blieb mir das Kommen und Gehen der Gäste nicht verborgen. Ein paar waren Backpacker, die wohl auch nur zufällig da waren, der größte Teil der Kundschaft waren Herren, die dann zumindest für diese Nacht nicht mehr alleinstehend waren. Ein erstes Gefühl von Ekel kam in mir auf, die etwas älteren dickbäuchigen Herren in Begleitung von jungen thailändischen Frauen (oder waren es Kinder?) auf ihre Zimmer verschwinden zu sehen .... Ich fuhr dann erst mal vier Tage mit dem Boot zu den Similan Islands. Es war ein reiner Tauchausflug. Die ganzen Tage tat ich nix weiter als Tauchen, Essen, Lesen und Schlafen. Vielleicht sind 14 Tauchgänge in nur vier Tagen doch etwas viel, aber wenn man schon einmal da ist und die Unterwasserwelt der Similans gehört zu den schönsten Tauchplätzen der Welt. Das Leben an Board des Schiffes war sehr angenehm. Auch wenn man nicht viel tun konnte, so sassen wir am Abend noch lange an Deck, quatschten bis in die halbe Nacht hinein oder genossen den (fast) südlichen Sternenhimmel. Das Essen war ok und es war so, wie ich mir einen Erholungsurlaub vorstelle. Dann kam das böse Erwachen, wieder zurück in Patong lernte ich die Stadt schätzen. Es war mir erst nicht aufgefallen. Die meisten Hotels weisen gleich darauf hin, was eine zusätzliche Person kostet, bzw. daß dies kostenlos ist. Die Moral dieser Stadt ist auf einem solchen Maß angekommen, dass Restaurant Besitzer Schilder mit der Aufschrift ´Pärchen sind willkommen´ anbringen. Und wenn man etwas genauer in die Seitenstraßen guckt, dann bemerkt man, daß die ganze Stadt ein einziger großer Puff ist. Ein Israeli beschrieb es mit: ´Zu Hause muß ich auf Bomben aufpassen, hier auf die Frauen.´ Ich hatte lange überlegt, ob ich nicht aus Kostengründen pauschal dorthin fahre. Die Entscheidung es nicht getan zu haben, bereute ich dann keinen Moment mehr. Mir blieb die Möglichkeit der Flucht. Ein Großteil des Tourismus nach Phuket ist pauschal. Und es ist, glaube ich das erste Mal, dass ich die Leute die so etwas tun in Schutz nehme. Es gibt keine Reiseprospekt, wo vor der Verkommenheit dieser Stadt gewarnt wird. Die meisten dieser Leute bleiben sowieso in ihrem Hotel oder beschränken ihre abendlichen Ausflüge auf die Küstenstraße. Es ist das beste, was sie tun können: Nichts vom Land mitzubekommen. Das Gefühl des Ekels bleibt ihnen erspart. Es wurde Zeit für die Flucht aus Patong. Auf dem Boot hatte mir jemand die Insel Ko Lanta empfohlen: Ruhig und die Möglichkeit zum Tauchen. Ich wurde nicht enttäuscht. Klar ist die Insel touristisch erschlossen, aber es gibt keine großen Hotelbauten, nur Bungalows (welche in das Hinterland hineingebaut sind, sodaß man sie vom Wasser aus nicht sieht). Die Preise waren erheblich günstiger als in Phuket und es gab keine Nutten. Es war sehr angenehm am Strand zu liegen und zu lesen, in Ruhe Baden zu gehen, ohne daß einem jemand unbedingt einen Liegestuhl aufschwatzen wollte oder einfach vor dem Bungalow in der Hängematte zu faulenzen. Und wo ist nun der Haken? Wenn man einkaufen oder irgendetwas organisieren wollte, mußte man sich ein Moped borgen um in den einzig größeren Ort zu fahren. Die Alternative war, so lange zu warten, bis jemand anderes dorthin fuhr und dort dann mitzufahren. Und auch das Tauchen von dort war schön. Ein kompletter Tag auf dem Boot und zwei Tauchgänge im National Park im Riff von Hin Daeng bestätigten meinen durchweg positiven Eindruck. Langsam wurde es Zeit wieder an Abschied zu denken. Getaucht war ich genug, gefaulenzt hatte ich auch viel und ich fühlte mich erholt. Da ich noch nie erholt aus dem Urlaub wiedergekommen war, musste ich doch noch etwas Stress machen. Ko Lanta liegt in der Nähe von Krabi und nicht weit von dort gibt es Railay Beach. Klar kann man auch hier Tauchen gehen, aber es gibt eine weitere Möglichkeit sich zu betätigen, die nicht so ruhig ist: Klettern. So bin ich noch drei Tage im Kalkstein geklettert. Nach jedem Tag taten mir andere Knochen oder Muskeln weh, aber es war doch noch einmal ein schöner Abschluß. Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, dort auch einmal hinzufahren, der sollte versuchen sich auf die Nebensaison zu konzentrieren. Da ist zwar das Wetter etwas schlechter (wer braucht schon >30 Grad beim Klettern?), aber die Hotelpreise fallen ins Bodenlose. Railay Beach ist Tourismusgebiet!, wobei der größte Teil der Leute, die dort sind, ihren Hausrat im Rucksack mitgebracht haben. Für jemanden, der pauschal nach Thailand fahren will und die Möglichkeit hat den Zielort auszuwählen, der sollte versuchen in der Nähe von Krabi ein Hotel zu finden und einen großen Bogen um Phuket zu machen. Ein Fazit: Wenn man in Patong gewesen ist, dann begreift man, dass Thailand so schlecht wie sein Ruf ist. Aber Patong ist der einzige Ort, den ich gesehen habe, der diesen Anspruch erfüllt. Wahrscheinlich ist es auch ganz gut so, daß sich dieses Klientel an einem Fleck versammelt. Fährt man an andere Orte in diesem Land, dann relativiert sich die Aussage von oben sehr schnell. Thailand ist ein schönes Urlaubsland, es gibt für JEDEN?! Geschmack etwas und nicht zu vergessen, verglichen mit Lateinamerika wird die Urlaubskasse geschont. |
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