Mexico City
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Tulum
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Belize City
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Tikal
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El Peten
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Palenque
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San Cristobal
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Panajachel
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Chichicastenango
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Zipolite
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Oaxaca
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Mexico City
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La Ruta Maya
Wie viel Mittelamerika kann man in drei Wochen sehen? Um es vorwegzunehmen,
es ist sehr viel. Und drei Wochen sind eigentlich sehr wenig. Die Tarifbestimmungen
einer großen deutschen Fluggesellschaft ließen allerdings keinen
längeren Aufenthalt zu, ohne in eine andere als die billigste Tarifklasse
zu geraten. Das hieß, in dieses Zeitfenster musste die Kultur der
Maya gequetscht werden. Das dabei vieles auf der Strecke bleibt und das
andere nur flüchtig gesehen und erlebt wird, ist der Preis für
das Verlangen viel zu sehen und zu erleben. Aber der Reihe nach:
Die bewusste Gesellschaft brachte uns (Ronald und mich) in der Mitte
des Februars des Jahres 2002 von Dresden über Frankfurt
nach
Mexico City. Da der Rückflug auch von dort geplant war,
bestand keine Notwendigkeit sich lange in der weltgrößten Stadt
aufzuhalten. Also bestand die erste Aufgabe nach der Landung darin, ein
Ticket für den Weiterflug auf die Yucatan Halbinsel zu besorgen. Da
es keine direkten Flüge auf die Insel Cozumel gab, war Cancun
der Startpunkt auf unserem Weg auf den Spuren der Maya.
Die gefundene Airline hat vielleicht nicht die neuste Flugzeugflotte,
aber wer braucht das schon, wenn es doch billig ist. Den Zuschlag für
die Tickets bekam die Aviasca. Nun hieß es nur noch eine Bleibe
für die Nacht zu finden um dann am nächsten Morgen wieder auf
dem Flughafen zu sein. Im historischen Stadtzentrum gibt es genug (billige)
Hotels, so dass die Unterkunftsbeschaffung kein Problem darstellte. Nach
dem zwölf stündigem Langstreckenflug war es sehr angenehm etwas
ordentliches zum schlafen vorzufinden und entsprechend unangenehm am nächsten
Morgen zeitig sich wieder in Richtung Flughafen zu bewegen.
Der Flug verließ Mexico City planmäßig und wir
waren am Mittag in Cancun gelandet. Diese Stadt steht in jedem Reiseprospekt
eines Mittelamerika- bzw. Badebilligurlaub-Anbieters. Aber wenn man schon
einmal da ist, dann sollte man die Gelegenheit zum Tauchen nutzen. Und
es muss ja nicht Cancun sein. Wir fuhren also vom Flughafen direkt
nach Playa del Carmen und dann mit der Fähre weiter auf die
Insel Cozumel. Warum ich mir eingebildet habe, dass es dort nicht
ganz so schlimm ist, weiß ich nicht. Der Unterschied zu Cancun
ist aber bloß marginal. Der US-Dollar ist die Leitwährung auf
der Insel. Die Restaurants sind teuer und im Hafen machen die Karibik-Kreuzfahrten
fest, deren Teilnehmer wohl alle älter als jedes im Hafen liegende
Schiff sind.
Ein Grund dort hinzufahren sind die traumhaft schönen Korallenriffe
rings um die Insel. Ein Paradies zum tauchen. Bloß mit einem Schnupfen
kann man nicht tauchen. So sind wir dann wenigstens geschnorchelt. Ich
kann also bestätigen, dass die Riffe einen Ausflug lohnen. Aber mehr
als 2 Nächte muss man dort wirklich nicht bleiben. Deshalb begaben
wir uns jetzt von der Rute des Kommerzes, auf die Rute der Maya. Unser
nächstes Ziel hieß Tulum.
Dies ist ein kleines
Dorf mit 3600 Einwohner 130 km südlich von Cancun . Das Dorf
als solches lohnt den Aufenthalt vielleicht nicht unbedingt. Aber es gibt
in unmittelbarer Nähe einen Ruinen Komplex. Das einzigartige daran
ist, dass er direkt am Meer liegt und einen Badestrand hat. Aber irgendwie
waren wir vom Pech verfolgt. Pünktlich mit dem Eintreffen bei den
Pyramiden fing es an zu regnen. Damit war das Baden dort erst mal gestorben.
Die Ruinen lohnten aber den Ausflug trotzdem. Ihre Lage macht sie einzigartig.
Eine weitere Attraktion des Yucatan ist seine Geschichte. Diesmal
ist nicht die der Maya gemeint, sondern die der Halbinsel selber. Bestehend
aus Kalkstein war das Gebiet mehrere Male überflutet oder lag auf
dem Trocknen. Im Gestein bildeten sich riesige Höhlen, von denen bis
jetzt nur ein Bruchteil erforscht ist. In den Höhlen bildeten sich
die typischen Kalksteinformationen. Es gibt Möglichkeiten in diesen
Grotten zu schnorcheln oder zu tauchen. Wer richtig in einer Höhle
tauchen will, braucht dafür einen speziellen Kurs. Aber ein Tauchgang
in den Grotten ist ein unvergleichliches Erlebnis.
Grand Cenote, 3 km von Tulum entfernt, ist eine teilweise
eingestürzte Höhle. Sie bildet einen der Zugangspunkte in das
Höhlensystem. Wassertemperaturen von 25 Grad und eine Unterwassersicht
von 130 m bilden die äußeren Rahmenbedingungen für einen
Tauchgang in eine Märchenwelt. Es ist unvergleichbar schön, wenn
man die Tropfsteinformationen umschwimmt. Das Licht, welches durch Grand
Cenote einfällt wird immer weniger. Am Umkehrpunkt der Reise ins
Märchenland, ist nur noch ein kleiner türkiesfarbener Punkt zu
erkennen. In diesem Moment wünscht man sich, nie wieder auftauchen
zu müssen.
Bekannt unter
Backpackern ist Tulum auch für seine Unterkünfte, die
Cabanas. Je nach Geldbeutel, sind das mehr oder weniger gut ausgestattete
kleine Bungalows. Mal sind sie in Strandnähe oder auch im Ort selber.
Ohne ein Moskitonetz geht allerdings nichts. Wer sich eine solche Hütte
in Strandnähe mietet, der kann dort sicher eine Woche verbringen,
ohne ein buntes Bändchen der all inclusive Hotels von Cancun
an der Hand zu haben und trotzdem das warme Wasser der Karibik an fast
leeren Stränden genießen.
Von Tulum ging es dann nach zwei Übernachtungen weiter nach
Belize
City. Wenn diese Stadt auch nicht der Regierungssitz des Staates
Belize
(früher Britisch Honduras) ist, so ist sie doch mit 80.000
Einwohner die größte Stadt des Landes. Meine ohnehin schon nicht
sehr positive Meinung über diesen Staat und speziell diese Stadt hat
sich eigentlich nur verfestigt.
Schon ein Hotel zu finden war ein Problem. Es gibt einfach nichts billiges
oder das was es gibt ist entweder voll oder derartig mies, dass man dort
besser nicht hingeht. Was wir dann gefunden hatten, war unteres Jugendherbergsniveau
zu einem Preis, bei dem man in Mexiko zweimal ordentlich übernachten
kann.
Am Abend passierte dann das, was in Belize angeblich nie geschieht.
Der Strom fiel aus, als wir grade beim Abendessen waren. Auf dem Weg von
der Kneipe zurück ins Hotel beschlich mich wieder das unangenehme
Gefühl, das ich habe, wenn ich mich in einer Stadt nicht wohlfühle.
Zwar war der Strom wieder da, aber die Strassen waren fast menschenleer
und die Gestalten, die dort noch herumlungerten (man kann es nicht anders
sagen) erweckten nicht das Gefühl, dass man sich in Sicherheit befand.
Jedenfalls fuhren
wir dann am nächsten Morgen gleich weiter auf dem Weg der Maya nach
Flores. Dieser kleine Ort auf einer Insel im Lago de Peten Itza
gelegen, ist der Startpunkt für Ausflüge nach Tikal .
Obwohl ich nun zum dritten Mal in diesen Ruinen war, so hatte Tikal
seine faszinierende Anziehungskraft nicht verloren. Mit dem ersten
Bus um 05:00 Uhr verließen wir Flores zu den Ruinen. Die Belohnung
war eine noch von den Besuchermassen weitgehend verschonte Maya-Stadt.
Diese kommen dann später mit dem Flugzeug aus Guatemala City.
In Mitten des Regenwaldes erheben sich die Pyramiden. Wenn man eine dieser
Pyramiden erklettert ergibt sich ein atemberaubender Anblick. Dazu die
Geräuschkulisse des Regenwaldes. Es ist die Perfektion der Idylle
(aber eben nur bis der Flieger eintrudelt). Und nur die doch etwas abgelegene
Lage schützt Tikal vor dem großen Massentourismus.
Auch in Flores hielt es uns nicht länger als zwei Nächte.
Am nächsten Morgen fuhr der Bus weiter nach Sayaxche. Von der
dort sollte eine etwas ungewöhnliche Durchquerung des El Peten
starten: 8 Stunden mit einem Frachtkahn abwärts auf dem Rio de
la Pasion und weiter mit dem Bus nach Palenque in Mexiko.
Wieder hieß es sehr früh aufstehen. Der Weg war weit und
Fahrpläne, an denen man sich langhangeln konnte gab es nicht. Die
einzig verwertbare Information war, dass der erste Bus von Santa Elena
(Flores ) früh um fünf fährt. Bis Sayaxche
braucht er ca. zwei Stunden. Dort sahen wir zwar den Fluss und ein paar
Bohnensäcke am Ufer liegen, aber keinen Frachtkahn. Ein geschäftstüchtiger
Bootsbesitzer erklärte uns dann, dass das nächste Frachtboot
vielleicht in drei oder vier Tage fährt.
Interessant an dem
Ort war die sehr eigentümlich Fährkonstruktion. Außenbordmotoren
an Fähren hatte ich schon gesehen, aber dass man sie seitlich in speziellen
'Antriebskabinen' anbringt, das war etwas neues.
Nun war guter Rat teuer und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es gab
die Möglichkeit ein Stückchen zurückzufahren und auf einem
anderen Weg nach Palenque zu kommen. Aber wir hatten uns auf die
Bootsfahrt gefreut. Da gab es nun noch zwei Möglichkeiten: Warten
bis ein Frachtboot fährt oder ein Boot mieten. Warten ging nicht.
Der Urlaub war für so was zu kurz. Wir haben dann ein Boot gemietet,
was doch ein ziemlich großes Loch in das Geldsäckel riss. Dafür
versprach uns der Bootsbesitzer innerhalb von drei Stunden den Weg zu schaffen.
Die Fahrt wurde
wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die ersten zwei Stunden lief
alles so, wie es geplant war. Das Boot rauschte durch den Peten.
Eine Bootsfahrt durch den Regenwald ist faszinierend. Man kommt in Gegenden,
wo sonst kaum jemand mit einem Rucksack einen Fuß hinsetzt. Ein Koffer
wurde da wahrscheinlich noch nie gesehen.
Nach zwei Stunden erreichten wir eine Maya-Stätte, den Altar
de Los Sacrificios . Nicht das es dort etwas besonderes zu sehen gibt.
Wer Tikal erlebt hat, ist sowieso nur noch schwer von etwas anderem
zu begeistern. Die Ruinen dort sind noch fast vollständig vom Jungle
überwachsen oder liegen im Maisfeld rum. Interessant war der Blick
ins Gästebuch. So was gibt es dort. Die Leute müssen wohl ihre
Existenzberechtigung nachweisen. Die letzten Besucher vor uns waren ein
paar Mexikaner, die einen Monat vorher da waren.
Während wir die Ruinen besichtigten, hatte unser Bootsführer
genug Zeit seinen Motor zu reparieren. Was auch immer da kaputt war (vielleicht
eine/die Kupplung), er konnte nicht mehr schnell fahren. Allerdings hatte
er weder Werkzeug, noch Ersatzteile dabei. Folglich konnte er auch nicht
viel reparieren. Aber es ging ja bis Mexiko flussabwärts. Der
Rückweg war ja nicht unser Problem.
Dann kam die Grenze.
Zuerst der guatemaltekische Posten. Das Boot legte an und wir sahen die
Grenzstation: Drei sichtlich gelangweilte Soldaten machten es sich in einer
in offner Bauweise errichteten Schilfhütte bequem. Dann wurde das
Boot abgefertigt. Wichtig waren Name und Adresse des Besitzer, Typ und
Leistung des Außenbordmotors. Die Frage nach unserer Nationalität
beruhigte die Soldaten und es wurde noch aufgeschrieben: plus zwei Deutsche.
Ansonsten bietet der Posten in Pipiles alles, was man braucht, wenn
jemand strafversetzt werden soll oder sich als Eremit freiwillig bei der
Armee meldet.
Der mexikanische Grenzposten war ähnlich, wenn man mal davon absieht,
das er eigentlich nicht existierte. In Benemerito waren wir dann
nach fünf Stunden Fahrt angekommen. Unser Bootsführer hatte es
etwas eilig, weil er wohl noch am selben Tag zurückkommen wollte.
Ich glaube das Unternehmen war hoffnungslos mit dem kaputten Motor. Wir
dagegen suchten die Armee und meldeten uns vorschriftsmäßig
wieder in
Mexiko an. Man notierte zwar unsere Namen. Aber ob der
Zettel gleich in den Papierkorb wanderte oder erst 10 Minuten später,
weiß ich natürlich nicht.
Benemerito ist das Gegenstück zu Pipiles, ein Dorf
im Nirgendwo. Auch hier dreht man sich noch um, wenn etwas fremdländische
Geschöpfe mit einem Rucksack durch das Dorf laufen, im Gegensatz zu
Palenque unserem nächsten Ziel. Die Busfahrt dorthin verlief
problemlos, abgesehen von mehreren Armeekontrollen. Dabei muss man wissen,
dass es durch Chiapas, dem ärmsten Bundesstaat von Mexiko
geht. Chiapas wurde in den letzten Jahren durch den Aufstand
der Zapatistas bekannt und es brodelt immer noch.
Die Stadt Palenque ist in jedem Reisekatalog zu finden. In ihrer
Nähe sind die gleichnamigen Ruinen. Es war also wieder Kulturzeit.
Und diese alte Maya-Stadt ist ein Muss, wenn man in der Nähe vorbeikommt
oder seinen Weg so einrichten kann, dass man vorbeikommt. Die Stadt selber
bietet nichts sehenswertes. So blieben wir auch hier wieder nur zwei Nächte.
Der Besuch der Ruinen wurde zu einem Erlebnis.
Entgegen meinem sonstigen
Besuchs- und Reiseverhalten leisteten wir uns einen Führer. Mich hatte
eine Aussage neugierig gemacht. Er erzählte uns, dass nur 2% der Ruinen
ausgegraben sind, der Rest ist vom Jungle verdeckt und dorthin wollte er
uns führen. Wir liefen dann Wege, die man als solche nicht erkennen
konnte, maximal erahnen. Der Führer (eigentlich waren es zwei) war
Maya und erklärte uns af dem Weg zwischen den Pyramiden die Natur.
Nach einer Stunde Spaziergang durch den Regenwald gab es noch eine Erklärung
der Kultur von Palenque . Danach war das übliche Besichtigungsprogramm
der Ruinen dran. Wie auch in Tikal und alle folgenden Ruinen, Pyramiden
etc. unterlasse ich eine Beschreibung dieser Stätten. Es gibt genug
Bücher, wo man das Nachlesen kann.
Von Palenque fuhren wir dann weiter nach San Cristobal de
las Casas . Diese Stadt, auf 2100 m gelegen, ist wunderschön.
Die Häuser sind restauriert, es gibt schattige Parks, schöne
Kirchen und man fühlt sich dort einfach wohl. Aber die Zeit drängte.
Zwei Tage später verließen wir dann San Cristobal in
Richtung Panajachel .
Diese Fahrt führte durch den Chiapas wieder zur guatemaltekischen
Grenze und weiter nach Huehuetenango. Dort auf dem Busbahnhof ging
es, wie immer in Guatemala, etwas chaotisch zu aber wir kamen noch
am selben Tag mit dreimal umsteigen in Pana an, leider zu spät
um das letzte Boot nach San Pedro zu erwischen. Endlich hatten wir
das authentische Erlebnis, Schulbus fahren zu können.
Diese Teile werden beladen, bis wirklich keiner mehr reinpasst. 6-8
Leute passen in eine Sitzreihe, die für 5 Kinder konzipiert wurde.
Der Gang wird vollgestellt bis wirklich keiner mehr reingeht und das Gepäck
fährt auf dem Dach mit. Dummerweise darf man aber im Bus nicht stehen.
Deswegen hat der Fahrgeldeintreiber, der gleichzeitig auch Leuteeinsammler
und Gepäck aufs Dachschmeisser, noch die Aufgabe, auf die Polizei
zu achten. Ist diese zu sehen, gibt es das Kommando Setzen, worauf
alle Passagiere mit Stehplatz sich niederknien und das passieren des Polizeiautos
abwarten.
Panajachel hat nicht umsonst den Spitznamen Gringotenango. Der
Grund dorthin zu fahren ist die einmalige Lage der Stadt am Lago de
Atitlan . Eingerahmt von drei Vulkanen und einem herrlichen Klima,
ist dies ein Platz, wo man eigentlich länger verweilen sollte. Dann
braucht man aber auch nicht in Pana zu bleiben und kann es sich
in einem der kleinen Dörfer am Rande des Sees gut gehen lassen. Leider
war das Wetter aber nicht so schön. Es war diesig, so dass die Vulkane
nur im Nebel zu erkennen waren oder am Abend dann in den Wolken verschwunden
waren.
In der Nähe
von Panajachel liegt Chichicastenango, eine eigentlich nur
durch eine Strasse erreichbare Stadt im guatemaltekischen Hochland. Die
Stadt ist nicht wirklich schön, der Weg dahin führt über
etliche Serpentinen und der eigentliche Grund dorthin zu fahren ist der
Indio-Markt. Er findet Donnerstags und Sonntags statt und da es sich einfach
anbot, wir waren Samstag in Pana, fuhren wir die zwei Stunden nach
Chichi. Der Markt ist schön, aber dass man nun unbedingt deshalb
dorthin fahren müsste, so schön ist er nun auch wieder nicht.
Nachdem wir in Chichi übernachtet hatten, begann der wohl stressigste
Abschnitt der Reise. Auf die Übernachtung in Chichi hatten
wir uns gefreut. Endlich mal kein Hund auf dem Hof, der bellte und auch
kein Hahn war zu sehen, der einen am Morgen weckte. Die Nacht versprach
ruhig zu werden. Dummerweise hatte die Katze Hunger und mautzte die halbe
Nacht lang.
Wir hatten noch eine Woche Zeit bis unser Rückflug Mexico City
verließ. Und bis dahin waren es noch einige Kilometer. Deshalb ging
es gleich früh los nach Xela (Quetzaltenango) und von
dort weiter durch das Hochland nach Tecun , der Grenze zu Mexiko.
Es war noch mal das Schulbuserlebnis pur. Fünf Stunden in einem solchen
Ding sind glaube ich nicht jedermanns Sache.
Das Pedant zu Tecun ist Ciudad Hidalgo und wirklich keine
fünf Minuten Aufenthalt wert. Von dort zuckelte der Bus nach Tapachula
. Die Stadt ist etwas größer aber deswegen nicht viel aufregender.
Wir hatten mit ein wenig Glück ein Hotel gefunden, wo wir wenigstens
mal duschen konnten, an schlafen war nicht zu denken. Der Bus nach Norden
fuhr 22.45 Uhr weiter. Vorher lernten wir aber noch das mexikanische Gastarbeiterproblem
kennen. Während die Mexikaner in den USA illegal arbeiten, sind es
im Süden von Mexiko die Guatemalteken. Aber nett mit ihnen unterhalten
konnte man sich trotzdem.
Wenigstens einmal
im Pazifik baden war das Motto, obwohl eigentlich nur noch wenig Zeit war.
Also fuhren wir bis Pochutla, wo wir am Mittag ankamen. Von dort
mit dem Sammeltaxi, was ein Pickup mit Sitzbänken auf der Ladefläche
war, weiter nach Zipolite. Das ist ein kleines Fischerdorf mit ein
paar Cabanas in denen ich wohl problemlos eine Woche Urlaub verbringen
könnte. Abseits vom Massentourismus und ein wenig auch der fern der
Zivilisation laden Traumstrände zum baden und Strandrestaurants zum
Fischessen ein. Aber da war dieses Zeitproblem.
Auf dem Weg nach Mexico City liegt Oaxaca. Wunderschöne
Kolonialbauten, ein angenehmes Klima und die Ruinen von Monte Alban
laden zum Besuch dieser Stadt ein. Von Pochutla waren es bloß
neun Stunden Fahrt über Gebirgsstrassen, die sich in Serpentinen durch
die Berge wanden. Eine sicher sehr schöne Tour, aber unser Bus fuhr
22:00 Uhr, die zweite Nachtfahrt hintereinander mit ein wenig Baden zwischendurch.
Am nächsten
Morgen in Oaxaca angekommen, waren wir dann doch etwas fertig. Im
Gegensatz zur vorherigen Nacht war Schlafen im Bus kaum möglich. Aber
die Zeit drängte. Nachdem Frühstück im Markt suchten wir
ein Hotel und danach war die Besichtigung von Monte Alban dran.
Wir hatten nun endgültig die Spuren der Maya verlassen.
Monte Alban
war die Hauptstadt der Zapotec Kultur und später in Mexico
City sahen wir dann noch phantastische Kunstwerke, die man dort gefunden
hatte. Mexiko-Kennern fällt beim Namen Oaxaca noch ein Wort
ein: Mescal! Das ist dieser Schnaps mit dem Wurm in der Flasche. Und Mescal
haben wir natürlich auch probiert. Nach zwei Nächten Aufenthalt
dort peilten wir das Ziel unserer Reise an, wo wir einmal etwas länger
bleiben wollten, ganze drei Nächte und es war auch der Schlusspunkt:
Mexico City oder kurz D.F.
Was soll man zu dieser Stadt sagen, es ist die größte der
Welt. Sie liegt im Tal und der Smog hängt wie eine Käseglocke
darüber. Und doch lohnt sich der Besuch. Einen halben Tag brauchten
wir erst mal um diverse Einkäufe zu erledigen. Die mussten ja nun
nicht mehr mitgeschleppt werden. Das historische Stadtzentrum um Zocalo
(in der Nähe hatten wir ein Hotel zu einem annehmbaren Preis) gefunden
ist eine Besichtigung wert. Sei es im Nationalpalast spazieren zu gehen
und die Bibliothek zu bewundern, die alten restaurierten Häuser zu
bestaunen oder einfach nur in einer Kirche die Stille zu genießen.
Am nächsten
Tag war die Besichtigung der Ruinen von Teotihuacan auf dem Programm,
ein Muss für Besucher von Mexico City. Hier steht die dritthöchste
Pyramide der Welt und möglicherweise die höchste Besteigbare.
Bis jetzt ist unbekannt, wer diese Stadt erbaut hat, aber das schmälert
nicht den grandiosen Eindruck. Zuletzt hatte wohl die Azteken dort gewohnt,
abgesehen von den Heerscharren von Souvinierverkäufern, die wohl heute
noch da leben. Die Pyramide der Sonne nimmt wenigstens von der Grundfläche
soviel Platz, wie die Cheops-Pyramide in Ägypten ein. Verbunden durch
die Strasse des Todes (die Azteken glauben, die Tempel entlang der Strasse
sind Gräber) geht es vom Eingang entlang den Tempeln, der Pyramide
der Sonne bis zu der des Mondes (auch auf die kann man klettern).
Der letzte Abend in Mexiko war angebrochen, wir saßen auf
dem Balkon des Hotels, ließen es uns mit Bier gut gehen, hörten
die Live-Musik aus einem nahen Club und wussten, dass der Urlaub nun endgültig
zu Ende ist. Und am Ende lässt man alles noch mal an sich vorbeiziehen
und das kann man in Mexico City vortrefflich Sonntags. Dann sind
alle Museen ohne Eintritt zu besichtigen.
Und nichts war für
dieses Urlaub besser geschaffen als das anthropologische Museum.
Nach drei Stunden waren wir wieder draußen und die Maya-Abteilung
war wegen Rekonstruktion geschlossen. Es hätten also auch fünf
Stunden werden können. Am Ausgang gab es noch ein paar Zeremonien
der Indios und der Tag wurde abgerundet mit dem Besuch des Castillo
de Chapultepec . Nicht das Schloss besonders aufregend ist, aber von
dort hat man einen grandiosen Blick über die gesamte Stadt.
Um 21:00 Uhr starte unser Flugzeug. 3 Wochen auf den Spuren der Maya
waren Geschichte. Die Eindrücke werden uns noch lange in Erinnerung
bleiben.
Nun sollte man ein Fazit ziehen. Eine solche Tour ist nur empfehlenswert,
wenn man wenig Zeit hat und viel sehen möchte. Der Urlaubseffekt stellt
sich eigentlich nicht wirklich ein. Wer sich so etwas vornimmt, dem muss
dies von vornherein klar sein oder er ist bereit Abstriche zu machen. Ich
würde zu letzterem raten. Drei Wochen sind eine gute Zeit den Yucatan
oder Guatemala zu bereisen ohne in Stress zu verfallen.
Allerdings haben wir auch sehr viel erlebt. Busse unterschiedlichster
Bauformen und technischer Ausstattung (damit meine ich auch die Bremsen)
waren unser primäres Beförderungsmittel. Wenn es nicht anders
ging, dann wurde eben auch ein Boot, ein Taxi oder die Ladefläche
vom Jeep genommen.
Der Kontakt zu den Menschen der bereisten Länder war fast überall
vorhanden und wenn man von Belize absieht auch herzlich. Eine Voraussetzung
ist, dass man jemanden dabei hat, der Spanisch spricht. Ohne dem geht in
diesen Ländern nichts.
Und noch zur Beantwortung der obligatorischen Frage: ca. 1700 Euro hat
der Urlaub pro Person incl. Flug/Tax gekostet. Wenn man länger an
einem Ort bleibt, möglichst in Guatemala wird es erheblich
billiger. Wir haben allerdings auch nie das billigste Hotel und selten
den billigsten Bus genommen. Das Einspaarungspotential ist noch da.
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