Mexico City
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Tulum
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Belize City
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San Cristobal
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Chichicastenango
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Oaxaca
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Mexico City

La Ruta Maya

Wie viel Mittelamerika kann man in drei Wochen sehen? Um es vorwegzunehmen, es ist sehr viel. Und drei Wochen sind eigentlich sehr wenig. Die Tarifbestimmungen einer großen deutschen Fluggesellschaft ließen allerdings keinen längeren Aufenthalt zu, ohne in eine andere als die billigste Tarifklasse zu geraten. Das hieß, in dieses Zeitfenster musste die Kultur der Maya gequetscht werden. Das dabei vieles auf der Strecke bleibt und das andere nur flüchtig gesehen und erlebt wird, ist der Preis für das Verlangen viel zu sehen und zu erleben. Aber der Reihe nach:

Die bewusste Gesellschaft brachte uns (Ronald und mich) in der Mitte des Februars des Jahres 2002 von Dresden über Frankfurt nach Mexico City. Da der Rückflug auch von dort geplant war, bestand keine Notwendigkeit sich lange in der weltgrößten Stadt aufzuhalten. Also bestand die erste Aufgabe nach der Landung darin, ein Ticket für den Weiterflug auf die Yucatan Halbinsel zu besorgen. Da es keine direkten Flüge auf die Insel Cozumel gab, war Cancun der Startpunkt auf unserem Weg auf den Spuren der Maya.

Die gefundene Airline hat vielleicht nicht die neuste Flugzeugflotte, aber wer braucht das schon, wenn es doch billig ist. Den Zuschlag für die Tickets bekam die Aviasca. Nun hieß es nur noch eine Bleibe für die Nacht zu finden um dann am nächsten Morgen wieder auf dem Flughafen zu sein. Im historischen Stadtzentrum gibt es genug (billige) Hotels, so dass die Unterkunftsbeschaffung kein Problem darstellte. Nach dem zwölf stündigem Langstreckenflug war es sehr angenehm etwas ordentliches zum schlafen vorzufinden und entsprechend unangenehm am nächsten Morgen zeitig sich wieder in Richtung Flughafen zu bewegen.

Der Flug verließ Mexico City planmäßig und wir waren am Mittag in Cancun gelandet. Diese Stadt steht in jedem Reiseprospekt eines Mittelamerika- bzw. Badebilligurlaub-Anbieters. Aber wenn man schon einmal da ist, dann sollte man die Gelegenheit zum Tauchen nutzen. Und es muss ja nicht Cancun sein. Wir fuhren also vom Flughafen direkt nach Playa del Carmen und dann mit der Fähre weiter auf die Insel Cozumel. Warum ich mir eingebildet habe, dass es dort nicht ganz so schlimm ist, weiß ich nicht. Der Unterschied zu Cancun ist aber bloß marginal. Der US-Dollar ist die Leitwährung auf der Insel. Die Restaurants sind teuer und im Hafen machen die Karibik-Kreuzfahrten fest, deren Teilnehmer wohl alle älter als jedes im Hafen liegende Schiff sind.

Ein Grund dort hinzufahren sind die traumhaft schönen Korallenriffe rings um die Insel. Ein Paradies zum tauchen. Bloß mit einem Schnupfen kann man nicht tauchen. So sind wir dann wenigstens geschnorchelt. Ich kann also bestätigen, dass die Riffe einen Ausflug lohnen. Aber mehr als 2 Nächte muss man dort wirklich nicht bleiben. Deshalb begaben wir uns jetzt von der Rute des Kommerzes, auf die Rute der Maya. Unser nächstes Ziel hieß Tulum.

Dies ist ein kleines Dorf mit 3600 Einwohner 130 km südlich von Cancun . Das Dorf als solches lohnt den Aufenthalt vielleicht nicht unbedingt. Aber es gibt in unmittelbarer Nähe einen Ruinen Komplex. Das einzigartige daran ist, dass er direkt am Meer liegt und einen Badestrand hat. Aber irgendwie waren wir vom Pech verfolgt. Pünktlich mit dem Eintreffen bei den Pyramiden fing es an zu regnen. Damit war das Baden dort erst mal gestorben. Die Ruinen lohnten aber den Ausflug trotzdem. Ihre Lage macht sie einzigartig.

Eine weitere Attraktion des Yucatan ist seine Geschichte. Diesmal ist nicht die der Maya gemeint, sondern die der Halbinsel selber. Bestehend aus Kalkstein war das Gebiet mehrere Male überflutet oder lag auf dem Trocknen. Im Gestein bildeten sich riesige Höhlen, von denen bis jetzt nur ein Bruchteil erforscht ist. In den Höhlen bildeten sich die typischen Kalksteinformationen. Es gibt Möglichkeiten in diesen Grotten zu schnorcheln oder zu tauchen. Wer richtig in einer Höhle tauchen will, braucht dafür einen speziellen Kurs. Aber ein Tauchgang in den Grotten ist ein unvergleichliches Erlebnis.

Grand Cenote, 3 km von Tulum entfernt, ist eine teilweise eingestürzte Höhle. Sie bildet einen der Zugangspunkte in das Höhlensystem. Wassertemperaturen von 25 Grad und eine Unterwassersicht von 130 m bilden die äußeren Rahmenbedingungen für einen Tauchgang in eine Märchenwelt. Es ist unvergleichbar schön, wenn man die Tropfsteinformationen umschwimmt. Das Licht, welches durch Grand Cenote einfällt wird immer weniger. Am Umkehrpunkt der Reise ins Märchenland, ist nur noch ein kleiner türkiesfarbener Punkt zu erkennen. In diesem Moment wünscht man sich, nie wieder auftauchen zu müssen.

Bekannt unter Backpackern ist Tulum auch für seine Unterkünfte, die Cabanas. Je nach Geldbeutel, sind das mehr oder weniger gut ausgestattete kleine Bungalows. Mal sind sie in Strandnähe oder auch im Ort selber. Ohne ein Moskitonetz geht allerdings nichts. Wer sich eine solche Hütte in Strandnähe mietet, der kann dort sicher eine Woche verbringen, ohne ein buntes Bändchen der all inclusive Hotels von Cancun an der Hand zu haben und trotzdem das warme Wasser der Karibik an fast leeren Stränden genießen.

Von Tulum ging es dann nach zwei Übernachtungen weiter nach
Belize City. Wenn diese Stadt auch nicht der Regierungssitz des Staates Belize (früher Britisch Honduras) ist, so ist sie doch mit 80.000 Einwohner die größte Stadt des Landes. Meine ohnehin schon nicht sehr positive Meinung über diesen Staat und speziell diese Stadt hat sich eigentlich nur verfestigt.

Schon ein Hotel zu finden war ein Problem. Es gibt einfach nichts billiges oder das was es gibt ist entweder voll oder derartig mies, dass man dort besser nicht hingeht. Was wir dann gefunden hatten, war unteres Jugendherbergsniveau zu einem Preis, bei dem man in Mexiko zweimal ordentlich übernachten kann.

Am Abend passierte dann das, was in Belize angeblich nie geschieht. Der Strom fiel aus, als wir grade beim Abendessen waren. Auf dem Weg von der Kneipe zurück ins Hotel beschlich mich wieder das unangenehme Gefühl, das ich habe, wenn ich mich in einer Stadt nicht wohlfühle. Zwar war der Strom wieder da, aber die Strassen waren fast menschenleer und die Gestalten, die dort noch herumlungerten (man kann es nicht anders sagen) erweckten nicht das Gefühl, dass man sich in Sicherheit befand.

Jedenfalls fuhren wir dann am nächsten Morgen gleich weiter auf dem Weg der Maya nach Flores. Dieser kleine Ort auf einer Insel im Lago de Peten Itza gelegen, ist der Startpunkt für Ausflüge nach Tikal . Obwohl ich nun zum dritten Mal in diesen Ruinen war, so hatte
Tikal seine faszinierende Anziehungskraft nicht verloren. Mit dem ersten Bus um 05:00 Uhr verließen wir Flores zu den Ruinen. Die Belohnung war eine noch von den Besuchermassen weitgehend verschonte Maya-Stadt. Diese kommen dann später mit dem Flugzeug aus Guatemala City. In Mitten des Regenwaldes erheben sich die Pyramiden. Wenn man eine dieser Pyramiden erklettert ergibt sich ein atemberaubender Anblick. Dazu die Geräuschkulisse des Regenwaldes. Es ist die Perfektion der Idylle (aber eben nur bis der Flieger eintrudelt). Und nur die doch etwas abgelegene Lage schützt Tikal vor dem großen Massentourismus.

Auch in Flores hielt es uns nicht länger als zwei Nächte. Am nächsten Morgen fuhr der Bus weiter nach
Sayaxche. Von der dort sollte eine etwas ungewöhnliche Durchquerung des El Peten starten: 8 Stunden mit einem Frachtkahn abwärts auf dem Rio de la Pasion und weiter mit dem Bus nach Palenque in Mexiko.

Wieder hieß es sehr früh aufstehen. Der Weg war weit und Fahrpläne, an denen man sich langhangeln konnte gab es nicht. Die einzig verwertbare Information war, dass der erste Bus von Santa Elena (Flores ) früh um fünf fährt. Bis Sayaxche braucht er ca. zwei Stunden. Dort sahen wir zwar den Fluss und ein paar Bohnensäcke am Ufer liegen, aber keinen Frachtkahn. Ein geschäftstüchtiger Bootsbesitzer erklärte uns dann, dass das nächste Frachtboot vielleicht in drei oder vier Tage fährt.

Interessant an dem Ort war die sehr eigentümlich Fährkonstruktion. Außenbordmotoren an Fähren hatte ich schon gesehen, aber dass man sie seitlich in speziellen 'Antriebskabinen' anbringt, das war etwas neues.

Nun war guter Rat teuer und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es gab die Möglichkeit ein Stückchen zurückzufahren und auf einem anderen Weg nach Palenque zu kommen. Aber wir hatten uns auf die Bootsfahrt gefreut. Da gab es nun noch zwei Möglichkeiten: Warten bis ein Frachtboot fährt oder ein Boot mieten. Warten ging nicht. Der Urlaub war für so was zu kurz. Wir haben dann ein Boot gemietet, was doch ein ziemlich großes Loch in das Geldsäckel riss. Dafür versprach uns der Bootsbesitzer innerhalb von drei Stunden den Weg zu schaffen.

Die Fahrt wurde wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die ersten zwei Stunden lief alles so, wie es geplant war. Das Boot rauschte durch den Peten. Eine Bootsfahrt durch den Regenwald ist faszinierend. Man kommt in Gegenden, wo sonst kaum jemand mit einem Rucksack einen Fuß hinsetzt. Ein Koffer wurde da wahrscheinlich noch nie gesehen.

Nach zwei Stunden erreichten wir eine Maya-Stätte, den Altar de Los Sacrificios . Nicht das es dort etwas besonderes zu sehen gibt. Wer Tikal erlebt hat, ist sowieso nur noch schwer von etwas anderem zu begeistern. Die Ruinen dort sind noch fast vollständig vom Jungle überwachsen oder liegen im Maisfeld rum. Interessant war der Blick ins Gästebuch. So was gibt es dort. Die Leute müssen wohl ihre Existenzberechtigung nachweisen. Die letzten Besucher vor uns waren ein paar Mexikaner, die einen Monat vorher da waren.

Während wir die Ruinen besichtigten, hatte unser Bootsführer genug Zeit seinen Motor zu reparieren. Was auch immer da kaputt war (vielleicht eine/die Kupplung), er konnte nicht mehr schnell fahren. Allerdings hatte er weder Werkzeug, noch Ersatzteile dabei. Folglich konnte er auch nicht viel reparieren. Aber es ging ja bis Mexiko flussabwärts. Der Rückweg war ja nicht unser Problem.

Dann kam die Grenze. Zuerst der guatemaltekische Posten. Das Boot legte an und wir sahen die Grenzstation: Drei sichtlich gelangweilte Soldaten machten es sich in einer in offner Bauweise errichteten Schilfhütte bequem. Dann wurde das Boot abgefertigt. Wichtig waren Name und Adresse des Besitzer, Typ und Leistung des Außenbordmotors. Die Frage nach unserer Nationalität beruhigte die Soldaten und es wurde noch aufgeschrieben: plus zwei Deutsche. Ansonsten bietet der Posten in Pipiles alles, was man braucht, wenn jemand strafversetzt werden soll oder sich als Eremit freiwillig bei der Armee meldet.

Der mexikanische Grenzposten war ähnlich, wenn man mal davon absieht, das er eigentlich nicht existierte. In Benemerito waren wir dann nach fünf Stunden Fahrt angekommen. Unser Bootsführer hatte es etwas eilig, weil er wohl noch am selben Tag zurückkommen wollte. Ich glaube das Unternehmen war hoffnungslos mit dem kaputten Motor. Wir dagegen suchten die Armee und meldeten uns vorschriftsmäßig wieder in Mexiko an. Man notierte zwar unsere Namen. Aber ob der Zettel gleich in den Papierkorb wanderte oder erst 10 Minuten später, weiß ich natürlich nicht.

Benemerito ist das Gegenstück zu Pipiles, ein Dorf im Nirgendwo. Auch hier dreht man sich noch um, wenn etwas fremdländische Geschöpfe mit einem Rucksack durch das Dorf laufen, im Gegensatz zu Palenque unserem nächsten Ziel. Die Busfahrt dorthin verlief problemlos, abgesehen von mehreren Armeekontrollen. Dabei muss man wissen, dass es durch Chiapas, dem ärmsten Bundesstaat von Mexiko geht. Chiapas wurde in den letzten Jahren durch den Aufstand der Zapatistas bekannt und es brodelt immer noch.

Die Stadt Palenque ist in jedem Reisekatalog zu finden. In ihrer Nähe sind die gleichnamigen Ruinen. Es war also wieder Kulturzeit. Und diese alte Maya-Stadt ist ein Muss, wenn man in der Nähe vorbeikommt oder seinen Weg so einrichten kann, dass man vorbeikommt. Die Stadt selber bietet nichts sehenswertes. So blieben wir auch hier wieder nur zwei Nächte. Der Besuch der Ruinen wurde zu einem Erlebnis.

Entgegen meinem sonstigen Besuchs- und Reiseverhalten leisteten wir uns einen Führer. Mich hatte eine Aussage neugierig gemacht. Er erzählte uns, dass nur 2% der Ruinen ausgegraben sind, der Rest ist vom Jungle verdeckt und dorthin wollte er uns führen. Wir liefen dann Wege, die man als solche nicht erkennen konnte, maximal erahnen. Der Führer (eigentlich waren es zwei) war Maya und erklärte uns af dem Weg zwischen den Pyramiden die Natur. Nach einer Stunde Spaziergang durch den Regenwald gab es noch eine Erklärung der Kultur von Palenque . Danach war das übliche Besichtigungsprogramm der Ruinen dran. Wie auch in Tikal und alle folgenden Ruinen, Pyramiden etc. unterlasse ich eine Beschreibung dieser Stätten. Es gibt genug Bücher, wo man das Nachlesen kann.

Von Palenque fuhren wir dann weiter nach
San Cristobal de las Casas . Diese Stadt, auf 2100 m gelegen, ist wunderschön. Die Häuser sind restauriert, es gibt schattige Parks, schöne Kirchen und man fühlt sich dort einfach wohl. Aber die Zeit drängte. Zwei Tage später verließen wir dann San Cristobal in Richtung Panajachel .

Diese Fahrt führte durch den Chiapas wieder zur guatemaltekischen Grenze und weiter nach Huehuetenango. Dort auf dem Busbahnhof ging es, wie immer in Guatemala, etwas chaotisch zu aber wir kamen noch am selben Tag mit dreimal umsteigen in Pana an, leider zu spät um das letzte Boot nach San Pedro zu erwischen. Endlich hatten wir das authentische Erlebnis, Schulbus fahren zu können.

Diese Teile werden beladen, bis wirklich keiner mehr reinpasst. 6-8 Leute passen in eine Sitzreihe, die für 5 Kinder konzipiert wurde. Der Gang wird vollgestellt bis wirklich keiner mehr reingeht und das Gepäck fährt auf dem Dach mit. Dummerweise darf man aber im Bus nicht stehen. Deswegen hat der Fahrgeldeintreiber, der gleichzeitig auch Leuteeinsammler und Gepäck aufs Dachschmeisser, noch die Aufgabe, auf die Polizei zu achten. Ist diese zu sehen, gibt es das Kommando Setzen, worauf alle Passagiere mit Stehplatz sich niederknien und das passieren des Polizeiautos abwarten.

Panajachel hat nicht umsonst den Spitznamen Gringotenango. Der Grund dorthin zu fahren ist die einmalige Lage der Stadt am Lago de Atitlan . Eingerahmt von drei Vulkanen und einem herrlichen Klima, ist dies ein Platz, wo man eigentlich länger verweilen sollte. Dann braucht man aber auch nicht in Pana zu bleiben und kann es sich in einem der kleinen Dörfer am Rande des Sees gut gehen lassen. Leider war das Wetter aber nicht so schön. Es war diesig, so dass die Vulkane nur im Nebel zu erkennen waren oder am Abend dann in den Wolken verschwunden waren.

In der Nähe von Panajachel liegt
Chichicastenango, eine eigentlich nur durch eine Strasse erreichbare Stadt im guatemaltekischen Hochland. Die Stadt ist nicht wirklich schön, der Weg dahin führt über etliche Serpentinen und der eigentliche Grund dorthin zu fahren ist der Indio-Markt. Er findet Donnerstags und Sonntags statt und da es sich einfach anbot, wir waren Samstag in Pana, fuhren wir die zwei Stunden nach Chichi. Der Markt ist schön, aber dass man nun unbedingt deshalb dorthin fahren müsste, so schön ist er nun auch wieder nicht. Nachdem wir in Chichi übernachtet hatten, begann der wohl stressigste Abschnitt der Reise. Auf die Übernachtung in Chichi hatten wir uns gefreut. Endlich mal kein Hund auf dem Hof, der bellte und auch kein Hahn war zu sehen, der einen am Morgen weckte. Die Nacht versprach ruhig zu werden. Dummerweise hatte die Katze Hunger und mautzte die halbe Nacht lang.

Wir hatten noch eine Woche Zeit bis unser Rückflug Mexico City verließ. Und bis dahin waren es noch einige Kilometer. Deshalb ging es gleich früh los nach Xela (Quetzaltenango) und von dort weiter durch das Hochland nach Tecun , der Grenze zu Mexiko. Es war noch mal das Schulbuserlebnis pur. Fünf Stunden in einem solchen Ding sind glaube ich nicht jedermanns Sache.

Das Pedant zu Tecun ist Ciudad Hidalgo und wirklich keine fünf Minuten Aufenthalt wert. Von dort zuckelte der Bus nach Tapachula . Die Stadt ist etwas größer aber deswegen nicht viel aufregender. Wir hatten mit ein wenig Glück ein Hotel gefunden, wo wir wenigstens mal duschen konnten, an schlafen war nicht zu denken. Der Bus nach Norden fuhr 22.45 Uhr weiter. Vorher lernten wir aber noch das mexikanische Gastarbeiterproblem kennen. Während die Mexikaner in den USA illegal arbeiten, sind es im Süden von Mexiko die Guatemalteken. Aber nett mit ihnen unterhalten konnte man sich trotzdem.

Wenigstens einmal im Pazifik baden war das Motto, obwohl eigentlich nur noch wenig Zeit war. Also fuhren wir bis Pochutla, wo wir am Mittag ankamen. Von dort mit dem Sammeltaxi, was ein Pickup mit Sitzbänken auf der Ladefläche war, weiter nach
Zipolite. Das ist ein kleines Fischerdorf mit ein paar Cabanas in denen ich wohl problemlos eine Woche Urlaub verbringen könnte. Abseits vom Massentourismus und ein wenig auch der fern der Zivilisation laden Traumstrände zum baden und Strandrestaurants zum Fischessen ein. Aber da war dieses Zeitproblem.

Auf dem Weg nach Mexico City liegt
Oaxaca. Wunderschöne Kolonialbauten, ein angenehmes Klima und die Ruinen von Monte Alban laden zum Besuch dieser Stadt ein. Von Pochutla waren es bloß neun Stunden Fahrt über Gebirgsstrassen, die sich in Serpentinen durch die Berge wanden. Eine sicher sehr schöne Tour, aber unser Bus fuhr 22:00 Uhr, die zweite Nachtfahrt hintereinander mit ein wenig Baden zwischendurch.

Am nächsten Morgen in Oaxaca angekommen, waren wir dann doch etwas fertig. Im Gegensatz zur vorherigen Nacht war Schlafen im Bus kaum möglich. Aber die Zeit drängte. Nachdem Frühstück im Markt suchten wir ein Hotel und danach war die Besichtigung von Monte Alban dran. Wir hatten nun endgültig die Spuren der Maya verlassen. Monte Alban war die Hauptstadt der Zapotec Kultur und später in Mexico City sahen wir dann noch phantastische Kunstwerke, die man dort gefunden hatte. Mexiko-Kennern fällt beim Namen Oaxaca noch ein Wort ein: Mescal! Das ist dieser Schnaps mit dem Wurm in der Flasche. Und Mescal haben wir natürlich auch probiert. Nach zwei Nächten Aufenthalt dort peilten wir das Ziel unserer Reise an, wo wir einmal etwas länger bleiben wollten, ganze drei Nächte und es war auch der Schlusspunkt:
Mexico City oder kurz D.F.

Was soll man zu dieser Stadt sagen, es ist die größte der Welt. Sie liegt im Tal und der Smog hängt wie eine Käseglocke darüber. Und doch lohnt sich der Besuch. Einen halben Tag brauchten wir erst mal um diverse Einkäufe zu erledigen. Die mussten ja nun nicht mehr mitgeschleppt werden. Das historische Stadtzentrum um Zocalo (in der Nähe hatten wir ein Hotel zu einem annehmbaren Preis) gefunden ist eine Besichtigung wert. Sei es im Nationalpalast spazieren zu gehen und die Bibliothek zu bewundern, die alten restaurierten Häuser zu bestaunen oder einfach nur in einer Kirche die Stille zu genießen.

Am nächsten Tag war die Besichtigung der Ruinen von Teotihuacan auf dem Programm, ein Muss für Besucher von Mexico City. Hier steht die dritthöchste Pyramide der Welt und möglicherweise die höchste Besteigbare. Bis jetzt ist unbekannt, wer diese Stadt erbaut hat, aber das schmälert nicht den grandiosen Eindruck. Zuletzt hatte wohl die Azteken dort gewohnt, abgesehen von den Heerscharren von Souvinierverkäufern, die wohl heute noch da leben. Die Pyramide der Sonne nimmt wenigstens von der Grundfläche soviel Platz, wie die Cheops-Pyramide in Ägypten ein. Verbunden durch die Strasse des Todes (die Azteken glauben, die Tempel entlang der Strasse sind Gräber) geht es vom Eingang entlang den Tempeln, der Pyramide der Sonne bis zu der des Mondes (auch auf die kann man klettern).

Der letzte Abend in Mexiko war angebrochen, wir saßen auf dem Balkon des Hotels, ließen es uns mit Bier gut gehen, hörten die Live-Musik aus einem nahen Club und wussten, dass der Urlaub nun endgültig zu Ende ist. Und am Ende lässt man alles noch mal an sich vorbeiziehen und das kann man in Mexico City vortrefflich Sonntags. Dann sind alle Museen ohne Eintritt zu besichtigen.

Und nichts war für dieses Urlaub besser geschaffen als das anthropologische Museum. Nach drei Stunden waren wir wieder draußen und die Maya-Abteilung war wegen Rekonstruktion geschlossen. Es hätten also auch fünf Stunden werden können. Am Ausgang gab es noch ein paar Zeremonien der Indios und der Tag wurde abgerundet mit dem Besuch des Castillo de Chapultepec . Nicht das Schloss besonders aufregend ist, aber von dort hat man einen grandiosen Blick über die gesamte Stadt.

Um 21:00 Uhr starte unser Flugzeug. 3 Wochen auf den Spuren der Maya waren Geschichte. Die Eindrücke werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Nun sollte man ein Fazit ziehen. Eine solche Tour ist nur empfehlenswert, wenn man wenig Zeit hat und viel sehen möchte. Der Urlaubseffekt stellt sich eigentlich nicht wirklich ein. Wer sich so etwas vornimmt, dem muss dies von vornherein klar sein oder er ist bereit Abstriche zu machen. Ich würde zu letzterem raten. Drei Wochen sind eine gute Zeit den Yucatan oder Guatemala zu bereisen ohne in Stress zu verfallen.

Allerdings haben wir auch sehr viel erlebt. Busse unterschiedlichster Bauformen und technischer Ausstattung (damit meine ich auch die Bremsen) waren unser primäres Beförderungsmittel. Wenn es nicht anders ging, dann wurde eben auch ein Boot, ein Taxi oder die Ladefläche vom Jeep genommen.

Der Kontakt zu den Menschen der bereisten Länder war fast überall vorhanden und wenn man von Belize absieht auch herzlich. Eine Voraussetzung ist, dass man jemanden dabei hat, der Spanisch spricht. Ohne dem geht in diesen Ländern nichts.

Und noch zur Beantwortung der obligatorischen Frage: ca. 1700 Euro hat der Urlaub pro Person incl. Flug/Tax gekostet. Wenn man länger an einem Ort bleibt, möglichst in Guatemala wird es erheblich billiger. Wir haben allerdings auch nie das billigste Hotel und selten den billigsten Bus genommen. Das Einspaarungspotential ist noch da.
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