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Guatemala City Antigua Xela Huehue Guatemala City Utila Antigua Monterico Guatemala City |
Guatemala??? Wieso schon wieder da hin?Weil es schön ist!Nun war endlich wieder soweit, einen Abstecher nach Mittelamerika zu machen. Eigentlich sollten es 4 1/2 Wochen werden, aber da ein Bekannter mit dem ich fahren wollte, abgesagt hatte, reduzierte ich die Reiselänge auf 3 Wochen. Der Mensch hat ja nicht unendlich Urlaub und das Jahr ist noch lang. Und wie es im Vorfeld angefangen hatte, setzte es sich auf dem Flughafen fort. Am 23.03.01 sollte es losgehen. Dummerweise planten die Lufthansaangestellten, an eben selbigen Tag ihr gutes Recht auf mehr Geld durchsetzen zu wollen. Die Anzeigetafel im Terminal sah gut aus, alle Lufthansaflüge waren gestrichen. Und wo das Leid in geballtem Maße auftritt, ist das Fernsehen nicht weit, was mir wenigstens (wenn auch nur ganz kurz) einen Auftritt in selbigem sicherte. Wie üblich war das Ticket aus der untersten Preisschublade und Lufthansa bloss ein Zubringer. Das führte dann dazu, dass sich die LH und die Delta (mit der wollte ich ab Frankfurt fliegen) den schwarzen Peter gegenseitig zuschoben, wie ich denn nun weiterkomme. Am Ende hat sich dann mein Reisebüro darum gekümmert, dass ich am nächsten Tag fliegen konnte. Nochmal schönen Dank dafür. Das ging dann eigentlich recht problemlos. Nagut, in Frankfurt ruderte die Delta rum, weil sie die Passagiere von zwei Tagen irgendwie in ihrer Maschine verstauen musste. Haben sie aber geschafft. Und in Atlanta dachte ich, dass Glück wäre mir mal hold. Delta bot 300 $US und eine kostenlose Übernachtung an, wenn man einen Tag wartet. Dummerweise waren dann aber doch noch genug Plätze frei. Also ging es in der Buisness Class nach Guatemala-City. Logisch, irgendwas musste noch schief gehen: Das Gepäck war weg. Ich bin dann erstmal von aller Last befreit nach Antigua de Guatemala gefahren um da zu warten. Die Zeit habe ich genutzt, um mir Flüge für die kommende Woche zu organisieren und mich um ein wenig Spanischunterricht am Ende des Urlaubs zu kümmern. Antigua war einmal eine angenehme Stadt. Mittlerweile sind dort nicht nur (fast) alle Spanisch-Lernsüchtigen, sondern auch die amerikanischen TUIristen. Es ist hoffnungslos überlaufen, aber es gibt genug Hotels. Wer einen Trip durch Guatemala plant, sollte unbedingt versuchen dort alles zu klären. Reisebüros etc. gibt es genug. Der Volcano de Agua (in der Nähe von Antigua) bleibt aber weiter ein Ziel für mich. Ich konnte mich nicht durchringen da hochzulaufen, was ja sowieso erst gegangen wäre, nachdem meine Sachen 1 1/2 Tage später eingetroffen waren. Mit dem Kurierdienst, der das Gepäck brachte, bin ich dann wieder nach Guatemala-City gefahren. Gegen diese Fahrweise sind die Schulbusfahrer Waisenknaben, welche ja allgemein als potentielle Selbsmörder bekannt sind. Es gab nur Vollgas und Vollbremsung und alle Kurven wurden mit der max. möglichen (von erlaubt redet da keiner) Geschwindigkeit genommen. Was ich mir schon bei der letzten Reise vorgenommen hatte, sollte nun Realität werden. Das Hochland von Guatemala
In Xela bin ich drei Tage geblieben. Eigentlich wollte ich da Spanisch lernen, aber durch meinen unfreiwillig verlängerten Auffenthalt in Antigua lohnt es sich nicht. In der Stadt ist es angenehm ruhig. Keine umherstürzenden Touristenmassen und die Leute dort verstehen kein Englisch.
Nach Xela war die nächste Station Guatemala-City.
Neben einigen Kirchen lohnt eine Besichtigung des Nationalpalastes. Dort waren zumindest zu der Zeit, als ich da war, interessante Ausstellungen. Vieles was dort über Tikal gezeigt und ausgestellt wurde, war mir bis dahin nicht bekannt. Am Abend wegzugehen würde ich mir da nicht wagen. Es macht irgendwie alles einen etwas heruntergekommenen Eindruck (wenn man nicht grad im Nobelviertel ist) und besonders sicher erschien es mir auch nicht. Nun war mittlerweile eine Woche nach meiner Ankunft vergangen und es wurde Zeit, dass ich ans Meer (in die Karibik) kam um dort tauchen zu gehen. Einen Flug nach Utila in Honduras hatte ich mir ja schon Antigua besorgt. Der Mensch im Reisebüro meinte ich müsste vom Aeropuerto Nacional abfliegen und schrieb mir dann noch irgendwelche Strassen aufs Ticket, nach dem ich wohl etwas blöde geguckt hatte. Der Flug sollte um 06:00 Uhr losgehen und meine favorisierte Airline (weil einzige Wahl, musste ja billig sein) war Atlantic Airlines . Ich sagt also zum Taxi-Fahrer, busfahren traute ich mir nicht, weil ich nicht wusste wo der Aeropuerto Nacional ist, er solle mich an eben diesen fahren. Der nickte auch ganz fleissig und bracht mich nach La Aurora. Das ist der normale Flughafen und dem Fahrer war nicht beizubiegen, dass das falsch wäre. Er versicherte mir, dass es wirklich nur einen Flughafen gäbe und der hier wäre. Ich gab auf. Mitterweile war es 05:30 Uhr. Also bin ich ins Terminal hinein um nach sachdienlichen Hinweisen zu suchen, wo ich denn entweder Atlantic Airlines oder einen Hinweis auf den Aeropuerto Nacional finde. Allgemeine Ratlosigkeit setzte ein, bis irgendjemand die Strassennamen auf dem Ticket entdeckte und mir erklärte, das wäre schon hier, aber nicht ganz. Ich müsste nochmal mit dem Taxi einen Kreisel um den Flughafen drehen. Es war 05:45 Uhr und mir blieb nichts weiter übrig, als mich diesem Rat zu fügen. Dem Taxi-Fahrer zeigte ich dann das Ticket. Er gucke mich ungläubig an und fragte wo ich denn da hinwill. Das wusste ich ja auch nicht. Also sind wir erstmal losgefahren, der Dinge harrend, die da kommen. Es kamen eine dunkle verlassene Strasse und irgendwann ein Tor mit einem verpennten Wachschutz. Den fragte der Taxifahrer nach Atlantic Airlines. ´Ja´, das ist hier. Der Taxifahrer solle doch mal seinen Ausweis abgeben, dann auf das Gelände fahren und nach 200 m käme ne Wellblechhütte.
Die waren wirklich da. Zur Wellblechhalle gehörte ein Schuppen (Abfertigungshalle), in der eine Frau sass, die sich um alles kümmerte. Ticketverkauf: hatte ich schonDann war da noch der Pilot, mit dem man gut quatschen konnte. Der Flug sollte ja eine Stunde später wegen schlechtem Wetter losgehen. In der Halle standen zwei Flugzeuge (etwas grösser als ein Agraflieger) und ein Traktor.
Selbiger Traktor zog die Schüttel dann zum Runway. Viel Platz ist da nicht und als Gegenverkehr kam, wurde aufs Grün ausgewichen. Deswegen haben die wahrscheinlich auch einen Traktor. Es war mal wieder eines der Flugzeuge, wo keiner darauf achtet, ob man angeschnallt ist. Sowas tut dort jeder freiwillig. Mit Zwischenstopps in San Pedro de Sula und La Ceiba ging es dann nach Utila. Auch hier war ich zum dritten Mal und würde immer wieder dahin fahren, wenn da nicht ... Dazu später. Da ich nicht wusste, welche Schäden der Hurrikan Mitch vor 3 Jahren angerichtet hatte, war ich etwas skeptisch, was mich auf der Insel erwartet. Zu meiner Beruhigung, war fast alles noch an seinem Platz. Selbst das Seabreaker, eine Konstruktion aus Treibholz und als Restaurant getarnt, stand noch. Bei der Auswahl der Tauchbasis blieb ich konservativ und ging dahin, wo ich bis jetzt immer war. Hier erwartete mich dann doch eine Überraschung. Alles war neu. Ein Feuer hatte die alte Anlage vernichtet. Wahrscheinlich gibt es bei Cross Creek (so heisst die Basis) jetzt die größte Ansammlung von Feuerlöschern im Umkreis von 10 km. Zusätzlich zur neuen Unterkunft, kam ein Restaurant, welches neu erstanden war und vorzügliches Essen bereithielt. Das Tauchen war wie immer schön. Passend zum klaren Himmel und 35 °C war die Wassertemperatur. In 35 m Tiefe waren es noch angenehme 27 °C. Da fühlte ich mich wohl. Nun war Deutschland vollends in Vergessenheit geraten. 6 Tage Tauchen, am Nachmittag in der Hängematte liegen und lesen, am Abend ein wenig weggehen (und wenn es bloss 10 m ins Restaurant waren), diese Leben, könnte ich länger so führen. Auch das Tauchen verlief wie immer. Um 08:00 Uhr fuhr das Boot ab, einen Tauchgang machen (meist einen tiefen) und dann ab auf eine der kleinen vorgelagerten Inseln. Die ist bewohnt und hat ein kleines Restaurant, wo es das zweite Frühstück gab. Danach war noch ein Tauchgang fällig. Den ersten Happen gab es auf der Hauptstrasse, wo eine Klappe in ein Haus eingebaut war, aus der es nach frischem Kaffee und Kuchen duftete. Der Abschied von Utila war schwer. Aus einem solchen Paradies
Eines Abends erzählten mir einige Einheimische, dass man einen neuen Flugplatz baut. Die alte Sandpiste mit der Bretterbude hat ausgedient. Amerikanische Konzerne haben Utila entdeckt. Es müssen Boeings landen können, damit die Hotels voll werden, die man dort hinsetzen will. Und wen interessiert dabei schon, dass die Leute, die auf der Insel wohnen, dieses Projekt alles andere als begrüßen.
Wenn Utila wie Roatan (die Nachbarinsel) wird, dann habe ich dort nichts mehr verloren. Ich brauche keinen klimatierten Minibus, der mich vom Flughafen abholt und kann mein Essen in der Landeswährung bezahlen. Mindestens einen Wunsch habe ich mit den Leuten der Insel gemeinsam: Mögen die Sandfliegen sich an den Amerikanern satt essen. Und Sandfliegen gibt es wahrlich genug. Von Utila ging es wieder zurück nach Guatemala City. Auf der Strecke von San Pedro nach Guate schien bei Atlantic Airlines grade Pilotenausbildung gewesen zu sein. Wozu einen Simulator besorgen? Und das Kapitel, wo drinsteht, dass man Mobiltelefone während des Fluges auszuschalten habe, war noch nicht dran gewesen. Einer der Flugschüler (ich denke es war einer), war die ganze Zeit damit beschäftigt, die Empfangsbedingungen zu testen. Diesmal rollte das Flugzeug zum normalen Terminal. In mir keimte Hoffnung auf, die Wellblechhalle umgehen zu können. Und tatsächlich wurde kurz vorm Terminal gehalten, die Tür ging auf und jemand meinte, dass alle austeigen müssen und ins Terminal sollten, wegen der Einreiseformularitäten. Auf halben Weg, schon im Terminal fragte ich, was mit dem Gepäck wird. ´Das kannste doch auch drüben im Hanger ausladen.´ Das Tempo, in dem ich übers Rollfeld zurücksprintete, um meinen Rucksack aus dem Flugzeug zu holen, war olympiareif. Die anderen gucken ulkig, weil ich das Gepäck bei der Einreise dabei hatte und die nichts. Aber die wussten auch noch nicht, wohin die Reise noch geht. Wobei Formularitäten auch übertrieben ist. Die Pässe wurden eingesammelt und 10 Minuten später kamen sie mit einem neuen Stempel versehen wieder zurück. Ich bin dann gleich weiter nach Antigua gefahren. Da sind die Hotels billiger und man kann am Abend noch weggehen. Und der Abend war sehr nett. Am nächsten Tag fuhr ich dann nach Monterico, dem kleinen Fischerdorf an der Pazifikküste, wo ich schon im letzten Urlaub einen Spanischkurs absolviert hatte. Die erwartete schlechte Strasse zwischen Antigua und Esquintla war einer neuen alphaltierten gewichen, so dass es recht zügig ging. Dass drei Guatemalteken auf die viel zu kleinen und engen Bänke eines Schulbusses passen, ist normal. Aber der Bus war diesmal besonders voll, so dass man deren vier auf eine solche Bank stapelte. In Monterico hat sich nicht viel verändert. Es ist immernoch das gemütliche Kaff und eine asphaltierte Strasse sucht man da vergebens. Temperaturen von ca. 35 °C und die Mangroven sorgen für ein feucht-heisses Klima. Nach einem Tag ist das T-Shirt komplett durchgeschwitzt. Dazu kommt dann noch der Staub. Der Autanverbrauch dort, ist wegen der Mücken recht hoch. Aber es gibt ja das Meer, wo man sich bei 2m hohen Wellen und 25 °C kaltem Wasser abkühlen kann. Auch in der Spanischschule war (fast) alles beim alten. Mein Lehrer wusste sogar noch meinen Namen. Wir haben wohl bei unserer Abschlussparty vor 3 Jahren einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mein Aufenthalt dort fiel in die Osterwoche (semana santa). In dieser Woche kommt das öffentliche Leben in Guatemala fast zum erliegen. Alle haben Ferien und Urlaub und wer kann, der fährt zum Baden ans Meer. Entsprechend voll war es in Monterico. Während im ganzen Land katholische Prozessionen stattfanden, gab es hier zwei täglich. Am Morgen wälzte die Masse von der Fähre zum Strand, am Nachmittag in umgekehrte Richtung.
Am Karfreitag früh ging es wieder mit der Delta zurück nach Atlanta. Vorher machte ich noch meine Ausgaben geltend, die ich wegen dem verspäteten Gepäck hatte. Und die Delta war kulant. Haben wollte ich 20 $US (+ Telefonkarte), bekommen habe ich 50 $US. Da kann ich mich nicht beschweren. Wegen der Osterfeierlichkeiten und dem allgemeinen Drang, aus der Stadt zu flüchten, konnte ich auch keinen Rum mehr kaufen. Das ist wirklich schade, der schmeckt dort sehr gut. Irgendwas musste ja noch passieren. Das war ein grosser Verkehrsunfall in Atlanta (auf der Strasse zum Flughafen). Sowas sollte einen eigentlich nichts angehen. In meinem Fall war das etwas anders. Wegen dem Unfall gabe es einen Stau und in dem stand der Co-Pilot der Maschine nach Frankfurt. Ca. 1 1/2 Stunde nach der geplanten Abflugzeit war er dann da und ich eine Stunde zu spät in Frankfurt. Was nicht mehr da war, war die Maschine nach Berlin. Die nächste ging zwei Stunden später. In Berlin angekommen, brach über mich die Katastrophe herein. Es war Ostern, ich war 35 °C und Sonne gewöhnt und es schneite. Dieses Gefühl wünsche ich keinem. Somit waren 3 Wochen Urlaub vorüber. Ich hatte eine Menge erlebt und doch die Zeit gefunden, Urlaub zu machen. |
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