|
USA Tegucigalpa Utila Belize Tikal Antigua Monterico Guatemala City USA |
Von der Karibik an den Pazifik
Kurz darauf, im Flughafen Frankfurt, will beim Einchecken die Sicherheitskontrolle doch noch das Innere des guten Koffers sehen, aber wir sind ja einsichtig. Wir wussten nicht, was drin war. American Airlines brachte uns dann in die USA. Auf dem Flughafen Chicago Ohare werden wir von Witholds Freund abgeholt. Wir fahren 300 km, um dann herzlichst von der ganzen Familie begruesst zu werden. Bei dem, was wir an leckerem Essen vorfinden, aergert uns der Highway-Stop bei MCD. Der Abend wird zur Party, Bekannte und Nachbarn sind auch eingeladen. Erste Sprachkonfusionen entstehen, Mischmasch deutsch/englisch. Tom probt das erste Mal spanisch... Viel zu schnell vergeht die Zeit bis zum Weiterflug. Die Gastfreundschaft werden wir so schnell nicht vergessen.
Von Chicago sind wir nach Miami geflogen. Dort haben wir uebernachtet (auf dem Flughafen).
Jetzt erleben wir das erste Mal, das wir wirklich Deutschland verlassen haben. Der Zoll ist sehr streng und kontrolliert alle. Als Auslaender werden wir aber durchgewunken. Kann man Gastfreundschaft besser ausdruecken? Aber der Innenminister dort heisst auch nicht Kanther. Urspruenglich wollen wir mit dem Bus ueber San Pedro de Sula nach La Ceiba fahren, um von dort aus nach Utila zu fliegen, unserem anvisierten Ziel in Honduras. Beim Preis von 50,- DM entschliessen wir uns ruckzuck, direkt von Tegucigalpa nach Utila zu fliegen. Damit erspaaren wir uns Stress und vielleicht auch Aerger. San Pedro de Sula und La Ceiba gelten nicht als die sichersten Staedte. Also werden auf dem 'International Airport' in Tegucigalpa gleich die Tickets nach Utila gebucht.
Unser Hotel ist schoen. Wir koennen uns nicht beklagen, aber laenger als einen Tag sollte man nicht in der Hauptstadt in verbringen. Withold bekam das erste Mal eine Vorstellung, was Mittelamerika ist. Auf jeden Fall kaufte er dort geplantermassen (Empfehlung RAF) seine Haengematte. Die erwies sich als ueberaus nuetzlich, aber auch dazu spaeter. Tom hatte endlich die Gelegenheit, seine Schuhe reparieren zu lassen. Das muss man gesehen haben :-) In Deutschland kostet das ein halbes Koenigreich. Zwei Tage spaeter startet der Flieger nach La Ceiba. Dort steigen wir in eine gute russische JAK um, die uns nach Utila bringt. Dort werden wir 10 Tage bleiben und entweder das Tauchen lernen oder die Faehigkeiten verbessern. Leider klappt es nicht, dass Withold am Ankunftstag sofort mit seinem Kurs anfangen kann. Deshalb kann er erstmal nur schnorcheln gehen, aber Warten steigert ja bekanntlich das Verlangen. Thomas will den Rescue-Diver machen. Deshalb macht sich erstmal ein Erste-Hilfe-Kurs noetig. Da der am Abend stattfindet, bleibt vormittags Zeit fuer Fun-Dives. Im Laufe der Zeit absolviert Withold seinen Open Water-Schein und schliesst daran sofort den Advanced Open Water an. Thomas lernt die Grundkenntnisse der Ersten Hilfe und spaeter das Suchen und Bergen von Tauchern.
Als dann beim spaeteren Auswaschen der Tauchausruestung einem Divemaster ein Stein aus dem Jacket faellt, wissen wir woher die vielen Gewichte bei unserem Amerikaer gekommen sind. Das uebliche Verfahren ins Wasser zu gelangen ist, das Jacket (incl. Flasche) ins Wasser zu schmeissen, hinterherzuspringen und sich alles im Wasser anzuziehen. Das erspaart ein Chaos auf dem Boot, ist bequem und beschleunigt das Verfahren. Eben dazu sind die Amerikaner nicht in der Lage. Die werden von zwei Divemastern mit voller Ausruestung ins Wasser getragen. Uns ist es vergoennt, diese Show miterleben zu duerfen. Was die Typen dann unter Wasser machen, hat mit Spass allerdings nichts mehr zu tun. Das Riff ist ein empfindlichen Oekosystem. Deshalb ist die ersten Grundregel: Finger weg! Diese Knallkoeppe halten sich an den Korallen fest und leuchten in jedes Loch hinein. Warum gibt es auf Utila bloss so wenig Muraenen?
Wer nach Utila faehrt, kommt fast immer mit dem Rucksack. Entsprechend ist die Stimmung auf der Insel. Es gibt viele kleine Kneipen, Restaurants und Tauchbasen. Am Abend sitzt man gemuetlich in einer Kneipe und trifft eigentlich ueberall Bekannte, die man zuvor auf der Insel kennengelernt hat.
Auf Utila verbringen wir auch Weihnachten. Fuer die "Ureinwohner" wird das Fest genutzt, um die gesammelten Vorraete an Feuerwerkskoerper abzubrennen. Es draengt sich der Eindruck auf, dass man versucht die Insel zu sprengen. Auf der einzigen Strasse ist es am Abend nicht mehr moeglich zu laufen. Der Versuch Feuerwerkskoerper zwecks Gegenwehr zu kaufen scheitert klaeglich. Thomas wird von Horden 2-10 jaehriger mit solchen beworfen, so dass ein Weiterlaufen nahezu lebensgefaehrlich wird. Ausloeser dieses Versuches war ein Amerikaner, der in der Tauchbasis seit einem dreiviertel Jahr wohnt und es sich nicht nehmen laesst die Knaller mit einem Namen zu beschriften und dann unter die Haengematten der Leute zu plazieren. Leider koennen wir ihm keinen Knaller mehr unter sein Bett stellen. Am letzten Tauch-Tag in Utila kann er am zweiten Tauchgang nicht mehr teilnehmen. Der erste Tauchgang an diesem Tag war sein letzter. Mit ihm verliert Utila einen exzellenten Taucher und wir einen guten Freund. Wir koennen uns leider nurnoch hier fuer die Zeit bedanken, die wir mit ihm verbringen durften. Um Geruechten vorzubeugen, es war kein Tauchunfall. Wie die Knaller Weihnachten zu Utila gehoeren, so auch die Illuminationswut der Leute. Der Stromverbrauch muss gigantisch sein. Da werden dann komplette Haeuser in Lichterketten gehuellt. Wem das nicht reicht, der haengt ein Fahrrad in einen Baum und illuminiert auch dieses. Auf dem Dach kommt in voller Lichpracht der Weihnachtsmanm auf einem Schlitten, von Rentieren gezogen. Das muss man gesehen haben. Die Ernaehrung auf Utila laesst nicht zu wuenschen uebrig. Zum Fruehstueck gibt es einen grossen Becher Kaffee und frisch gebackenen Kuchen in einer kleinen Bude links um die Ecke oder auch die uebliche Palette, wenn man rechts um die Ecke laeuft. Die restlichen Mahlzeiten werden in Restaurants eingenommen. Von Pizza ueber Fisch bis zu vegetarischen Gerichten ist alles zu haben und das zu einem Preis, wo selber kochen nicht lohnt. Das Tauch-Resort bietet noch den unschaetzbaren Vorteil: Internet. Dadurch reisst der Kontakt zur Heimat erstmal nicht ganz ab. Diese Tatsache wird allerdings zum Handicap, wenn 7:45 Uhr der Flieger geht und man bis 7:20 Uhr am Terminal sitzt. Das daraus resultierende Abreiseverfahren wird nach Schuetze als Utila-Kampfstart bezeichnet. Wer jetzt Lust verspuert dort auch einmal zu tauchen, der muss wissen dass Utila von mehreren Fluggesellschaften meist von La Ceiba aus angeflogen wird. Es gib wenige Verbindungen zur Nachbarinsel Roatan, bzw. Faehren. Entsprechende Fahrplaene sind in guten Reisefuehren enthalten. RAF (Schuetze: ReiseAgentur Fichte) behauptet, dass Pauschalreisen nach Utila von Deutschland aus nicht gebucht werden koennen, im Gegensatz zur Nachbarinsel Roatan. La Ceiba bzw. Roatan werden von allen groesseren Staedten Mittelamerikas angeflogen. Linienfluege dorthin sind im Reisebuero erhaeltlich.
Nach 10 Tagen verlassen wir nun Utila in einer 20-sitzigen Maschine um kurz darauf eine Zwischenlandung in Roatan zu machen. Die Insel besitzt den modernsten Flughafen Honduras. Die dort freigelassenen Passagiere lassen erahnen, wessen Urlaubsparadis die Insel ist. Alle Preise auf dem Flughafen sind in US$ beschriftet und die Fluggaeste sehen aus, als ob sie viele davon haben. Es gibt sicher Moeglichkeiten billig auf der Insel unterzukommen und das Tauchen ist auch nur um 33%-50% teurer als auf Utila, aber es gibt berechtigte Zweifel, ob das Flair dieser Insel an Utila auch nur ansatzweise herankommt. Fuer den, der gewisse Sicherheiten (sauberes Hotel, kein Aerger wegen fehlender Sprachkenntnisse, ...) im Urlaub haben will, ist Roatan eine gute Wahl. Organisierte Reisen bieten einige Veranstalter aus Deutschland dorthin an. Diese haben dann aber ihren Preis ....
Aber schon trifft uns der naechste Hammer: Caye Caulker ist unverschaemt teuer und unfreundlich obendrein. Der Versuch Tauchgaenge zu einem bezahlbaren Preis zu bekommen scheitert. Das billigste sind US$ 50 fuer 2 Dives. Da sieht man dann aber nur das lokale Riff und das ist nicht schoener als in Honduras. Wer die Hoehepunkte erleben will, muss schon US$ 70-85 bezahlen. Zu viel fuer zu wenig Neues ... Den Entschluss, die Insel am naechsten Morgen mit dem ersten Boot zu verlassen, bestaerkt noch der Supermarkt. Das Bier ist entschieden zu teuer und das ist wohl das Letzte! Es bleibt der einzige Abend, an dem wir auf Bier freiwillig verzichten. Dafuer veranstaltet Tom an diesem Abend Badefestspiele unter der Dusche, damit wenigstens ein Teil des Geldes abgearbeitet wird. Dem Reisefuehrer nach, ist Belize ein Tauchparadis. Wir koennen es nicht empfehlen. Unter Wasser muss es sehr schoen sein, aber es muss auch das andere stimmen, jedenfalls fuer uns. Nach nur ca. 12 Stunden auf Caye Caulker fahren wir zurueck nach Belize City und nehmen von dort den Linienbus an die Grenze von Guatemala. Wenigstens der ist bezahlbar. Belize als Land ist so toll, dass wir im Bus schlafen... In Belmopan, Hauptstadt von Belize, ist Pause, echt ergreifend. Wir sind froh, als wir weiterfahren. Melchor de Mencos> ist das erste Dorf in Guatemala. Die Abfertigung an der Grenze geht recht zuegig. Die Menschen sind wieder freundlich und das Bier billig. Ein freundlicher Mitmensch erklaert uns, wo das lokale Busterminal ist, so dass wir nicht auf die Minibusse mit ihren Phantasiepreisen zurueckgreifen muessen.
Die Nacht zuvor hat es gut geregnet... Der Bus ist streckenweise ueberfuellt und Huehner muss man als Sitznachbar auch ertragen koennen. Jedenfalls steuert den Bus von der Grenze nach Flores eine Ausnahme unter guatemaltekischen Busfahren. Der Mann beherrscht seinen Bus nicht nur (ein Kunststueck auf dieser verschlammten Piste), er unterlaesst auch riskante Ueberholmanoever. Flores ist ein wunderschoenes Dorf inmitten des Lago Peten Itza. Das Doerfchen ist ueber einen Damm zu erreichen. In Flores quatieren wir uns fuer zwei Naechte in einem kleinen Hotel ein. Die Besitzerin ist sehr freundlich und es gefaellt uns ausgesprochen gut. Allerdings ist Regenzeit und es ist etwas kalt. 22 Grad im See sind zum Baden nun doch etwas wenig. In der Regel startet man von Flores einen Tagesausflug nach Tikal.
Die Stadt ist keine Schoenheit, unser Hotel auch nicht. Aber es ist ja nur fuer eine Nacht. Am naechsten Morgen gehen wir noch schnell in die Stadt und am Nachmittag fahren wir mit dem Linienbus nach Antigua (de Guatemala),
Eine Abstecher nach Antigua lohnt sich immer. Bis 1773 war die Stadt Hauptstadt von Guatemala und wurde von einem Erdbeben zerstoert. Die Ruinen sieht man heute noch. Viele Leute bleiben dort bis zu 10 Wochen. Spanisch-Schulen haben die Stadt zu einem Anlaufpunkt fuer Backpacker gemacht. Und das wird ihr jetzt zum Nachtteil. Es gibt bessere Plaetze die Sprache zu lernen, es sei denn man moechte sein Englisch aufbessern.
Der Abstieg erfolgt in der Dunkelheit und es gleicht schon fast einem Wunder, dass die Fuehrer alle Leute wieder gesund nach unten bringen. Als Lohn erhaelt jeder von ihnen US$ 3, die Reiseagentur hat insgesamt US$ 610 von den Passagieren eingenommen. Es ist beschaemend. Auf der Fahrt nach Antigua haben wir ueberlegt, wie wir die letzten Tage unseres Urlaubs verbringen. Entweder wir fahren noch ein wenig umher, vielleich nochmal nach Honduras oder nach El Salvador oder wir besuchen noch eine Spanischschule. Withold entscheidet sich fuer letzteres. Er spricht zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als 10 Worte Spanisch. Antigua faellt aus oben genannten Gruenden aus. Eine Alternative stellt Quezaltenango da. Die Stadt liegt im Hochland und ist fuer eine gute Ausbildung bekannt und nicht ueberlaufen. Ihr Lage ist aber auch ihr Nachteil. Dort ist es kalt. Wir wollen deshalb noch einen kleinen Zwischenstopp an der Pazifikkueste einlegen. Badeorte gibt es dort viele. Wir waehlen Monterico.
Im Reisefuehrer haben wir gelesen, dass es in Monterico eine Spanischschule gibt. Also probieren wir erstmal dort unterzukommen und eventuell auf die geplante Weiterfahrt nach Quetzaltenango zu verzichten. Die Schule zu finden gestaltet sich als mittelmaessig kompliziert. Aber viele freundliche Menschen weisen uns dann den Weg. In der Schule empfaengt uns Giovannie, ein 20 jaehriger, 1.54 m grosser, freundlicher junger Mann, der hier die Schule leitet. Natuerlich koennen wir dort einen Kurs besuchen. Im Gegensatz zu anderen Staedten ist eine Unterbringung in einer Familie nicht moeglich, dafuer aber in der Schule. Was in den folgenden Tagen passiert, kann man nicht in Worte oder Bilder fassen. Der Ort ist ein wunderschoenes kleines Doerfchen, dass bis jetzt vom grossen Tourismus verschont blieb. Erreichbar ueber einen Feldweg oder per Faehre, ist er auch ein wenig abgeschirmt. Wer im Urlaub eine gute ausbebaute Infrastruktur braucht, der sollte spaetestens hier aufhoeren jeden Gedanken an Monterico zu verschwenden. Die Hauptstrasse unterscheidet sich von den anderen Wegen nur dadurch, dass der Sand ein wenig fester gefahren ist und sie einen betonierten Fussweg besitzt. Zum Einkaufen gibt es zwei etwas groessere Laeden (ca. 20 qm Verkaufsflaeche) und noch ein paar kleinere. Das Brot holt man am besten in der Baeckerei. Ausser Sonntag gibt es ab 14:00 gibt frische Broetchen.
Hotels gibt es genuegend, in allen Preisklassen, wobei US$ 50 die Obergrenze sind. Am Wochenende kommen viele Leute aus Guatemala City dorthin, so dass sich der Ort ein wenig fuellt. An den restlichen Tagen ist es sehr ruhig. Restaurants sind in allen Preisklassen vorhanden. Vom typischen guatemaltekischen Essen bis zu italienischem Essen (mit Originalzutaten) ist alles zu haben. Das Fehlen von Mc Donalds wirkt sich nicht negativ aus.
Der Unterricht findet wahlweise in der Schule oder in einem Restaurant am Strand statt. Wie die Wahl ausfaellt, braucht ja nicht erlaeutert zu werden. Unterrichtet wird nach dem Prinzip, ein Lehrer, ein Schueler durchgefuehrt. Damit ist eine optimale Ausbildung gewaehrleistet. Wir entscheiden uns, unseren Unterricht vormittags zu nehmen. Ein sehr gute Wahl. In der Pause kann man Baden gehen, nachdem man seinen Kaffee getrunken hat und der Nachmittag bleibt zum baden und lernen. Spanischunterricht ist mehr als nur das Lernen von Vokabeln oder Grammatik. Dazu gehoert auch, dass man von sich oder von Deutschland erzaehlt, genauso wie es der Lehrer bzw. die Lehrerin tun. Es ist eine der besten Gelegenheiten etwas ueber Guatemala zu erfahren. Diese Konservationsuebungen sind in Deutschland unmoeglich. Hier muss alles nach einem Lehrbuch passieren. Natuerlich muessen auch wir Vokabeln oder Grammatik lernen, aber wo geht das besser als in der Haengematte, in der Schule oder am Strand.
Giovannie organisiert eine Fahrt durch die Mangroven, ein Muss in Monterico. Es gibt Pelikane in Massen und unser Guide Poncho erklaert uns die Mangroven, in Spanisch natuerlich. Die Fahrt findet zum Sonnenaufgang statt. Es ist beeindruckend. Im Ort gibt es ein kleines Reservat, wo Schildkroeten und Kaimane aufgezogen werden. Auch dieses besuchen wir. Der Versuch am Abend, eine Schildkroete beim Eierlegen zu finden, schlaegt leider fehl. Eine weitere Attraktion ist das Schildkroetenrennen. Die geschluepften kleinen Tiere werden fuer ca. US$ 2 an Besucher "verkauft". Auf einem geharktem Strandabschnitt beginnt dann das Rennen. Wessen Schildkroete als erste das Wasser erreicht, der bekommt ein Essen (keine Schildkroetensuppe!). Die Besucher haben ihren Spass und das Reservat eine kleine Einnahmequelle. Nach 9 Tagen muessen wir Monterico leider verlassen, sicher kommen wir wieder. Der Abschied wird zum Anlass einer grossen Abschlussparty genommen. Unsere Lehrer besorgen den Fisch, den sie am Abend koestlich zubereiten, wir sind fuer die Getraenke zustaendig. Wenn man bedenkt, dass ein Spanischlehrer US $1 pro Unterrichtsstunde verdient und wir am Abend sehr viele "Gratisstunden" bekommen haben, eine wohl mehr als noetige Geste der Anerkennung.
Mit dem Bus fahren wir nun wieder zurueck nach Guatemala City. Wie ueblich handelt es sich dabei um einen alten amerikanischen Schulbus, wie ueblich ueberfuellt. In Guatemala wollen wir noch schnell einkaufen gehen. Leider ist Sonntag und viele Geschaefte sind geschlossen. Wir koennen also nicht mehr viel tun und zwaengen uns am naechsten morgen in den Linienbus zum Flughafen La Aurora. Hier hat Thomas das erste Mal Angst im Urlaub. Der Bus ist so voll, dass nur noch Aussenbord Platz ist. Der Fahrer hat es eilig und mit Thomas, eine Hand an der geoeffneten Tuer, die andere am Aussenspiegel, heizt der Bus durch die Stadt. Woanders wuerde das als Attraktion verkauft... Wir fliegen von Guatemala City nach Miami. Die US-Immigration hat grad Hochbetrieb und braucht 1 Stunde fuer die Einreise in die USA. Da Amerikan Airlines noch falsche Einreiseformulare verteilt hat, verzoegert sich die Einreise weiter. Der Anschlussflug nach Chicago ist nun weg. Eine Angestellte von American Airlines findet die treffenden Worte: "Bull Shit". Irgendwie gelingt es ihr aber dann doch uns ueber London nach Frankfurt zu schicken. Wir haben nun 5 Stunden Zeit in Miami, die wir zum Einkaufen nutzen koennen.
Wer jetzt Lust bekommen hat, auch eine solche Reise zu machen, fuer den hier ein paar kleine Informationen. Guatemala und Honduras haben in etwa das gleiche Preisniveau. Ein Essen kostet ca. US$ 3-5, eventuell auch teurer, wenn man in gute Restaurants geht. Alkoholfreie Getraenke kosten ca. US$ 0.50, Bier US$ 1 fuer eine kleine Flasche, US$ 1.75 fuer einen Liter. Hotels sind in alle Preiskategorien vorhanden. Man bekommt, wofuer man bezahlt. Bei US$ 10 ist in der Regel ein sauberes Hotel mit eigener Dusche zu erwarten. Wer es billiger haben moechte, der wird mit einer Gemeinschaftsdusche und -klo vorlieb nehmen muessen. Transportmittel sind ueberwiegend Busse. In der Regel sind das ausgediente amerikanische Schulbusse. Fuer laengere Strecken werden auch Pullmann-Busse eingesetzt. Die Fahrer sind bis auf wenige Ausnahmen potentielle Selbstmoerder. Beim Busfahren kann man US$ 2 fuer 100 km einplanen. Eine Alternative zum Busfahren sind Inlandsfluege. Die sind sehr billig, aber nicht in allen Reisebueros verfuegbar. Rumfragen lohnt sich also. Die Strassen sind teilweise sehr gut, in anderen Faellen aber auch unter derm Niveau eines Feldweges hier. Eisenbahn gibt es keine. Die Lebenshaltungskosten bewegen sich zwischen US$ 15 und 20 pro Tag. Impfungen sich fuer die Laender nicht vorgeschrieben. Eventuell sind Hepatitis A/B und Gelbfieber sinnvoll, wenn man sich laenger in laendlichen Zonen aufhalten will. Ueber Malarivorbeugung gibt es hier keine Aussage. Jeder muss allein wissen, ob er seinen Koerper damit runiert oder das erhoehte Malariarisiko eingeht. Trinkwasser gibt es nur abgefuellt zu kaufen, damit wird auch gekocht. Das Essen ist in der Regel typische mittelamerikanische Kueche. Als Hauptgericht gibt es fast immer Reis, zermanschte schwarze Bohnen und eine Huehnerkeule, am Meer alternativ Fisch. Rindfleisch ist erhaeltlich und wird sehr gut zubereitet. Fluege nach Mittelamerika gehen entweder ueber die USA (Miami) oder ueber Mexico City nach Europa. Als europaeische Airlines kommen meist KLM oder Iberia in Frage. Die Fluege kosten zwischen 1400 und 2000 DM. Pauschalreisen in diese Gegend sind selten. Meist ist ein Ausflug von Cancun (Mexico) nach Tikal moeglich, bzw. ein Tauchurlaub auf Roatan. Amtssprache in Guatemala und Honduras ist Spanisch, in Belize Englisch. In touristisch erschlossenen Zentren findet man meist jemanden, der englisch spricht, auf dem Land nicht. Grundlegegende Spanischkenntnisse sind mindestens sehr nuetzlich.
Nach diesem Urlaub sehen wir viele Dinge unserer Wohlstandsgesellschaft anders. Wir bitten alle, die eine Reise machen wollen, wie es die unsere war, dies mit offenen Augen zu tun. Wer im Urlaub von den Problemem dieser Welt verschont bleiben will, dem helfen wir gerne, ein guenstiges Angebot nach Mallorca zu finden. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zurück | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||