USA
| V
Tegucigalpa
| V
Utila
| V
Belize
| V
Tikal
| V
Antigua
| V
Monterico
| V
Guatemala City
| V
USA
|
Von der Karibik an den Pazifik
Es ist Freitag, wir arbeiten bis Anschlag. Es ist noch viel
zu tun. Wegen der weiteren Gestaltung des Abends, muss das Gepaeck
gleich auf dem Bahnhof deponiert werden. Withold uebernimmt
den Transport, faehrt deshalb beim Tom vorbei und laed dessen
Gepaeck ein und bringt ihn dann zum Dirk, wo noch eine Geburtstagsfeier
ansteht. Withold stresst derweil durch die Stadt.
Alles erledigt, wird er dann von seinen Bekannten abgeholt, um
Tom wieder beim Dirk abholen. Gemeinsam erreichen wir gegen
23:00 den Bahnhof Neustadt. Um uns rum stehen zwei grosse und
zwei kleine Rucksaecke sowie ein Koffer aus Vorkriegszeiten und
ein undefinierbares Buendel mit Kindermoebeln. Die letzten beiden Sachen
sollen in eine Stadt in der Naehe von Chicago, wo
Withold einen Freund hat, bei dem wir Zwischenstop einlegen
wollen. Auf dem Bahnhof verabschieden wir uns mit Bier
und Sekt und erklimmen schliesslich den aus Polen kommenden Zug
nach Frankfurt.
Dort angekommen, erleben wir Deutschland pur, echt beschaemend.
Auf dem Bahnsteig stehen ein paar total unauffaellige Herren
in Zivil, die so bekloppt aussehen, dass es uns schwerfaellt,
sie dem Zoll oder BGS zuzuordnen. Und prompt wollen sie
uns auch kontrollieren. Ich geb ja zu, dass wir mit unserer
Gesamtladung sehr russisch aussehen, aber wer gibt diesen Menschen
das Recht in Frankfurt Gepaeck zu kontrollieren?
Als wir sie auch nach ihrer Legitimation fragen, lassen
sie von dem Vorhaben ab. 200m weiter der selbe Scheiss, diesmal
Gruen-Weiss. Wuetend bekommen sie zu hoeren, dass wir Deutsche
sind und wir schon ihre netten Kollegen in Zivil kennen. Das reicht!
Kann man Auslaenderhass noch besser erleben? Armes Deutschland ....
Kurz darauf, im Flughafen Frankfurt, will beim Einchecken die
Sicherheitskontrolle doch noch das Innere des guten Koffers sehen,
aber wir sind ja einsichtig. Wir wussten nicht, was drin war.
American Airlines brachte uns dann in die
USA.
Auf dem Flughafen Chicago Ohare werden wir von Witholds Freund
abgeholt. Wir fahren 300 km, um dann herzlichst von der ganzen
Familie begruesst zu werden. Bei dem, was wir an leckerem Essen
vorfinden, aergert uns der Highway-Stop bei MCD. Der Abend wird
zur Party, Bekannte und Nachbarn sind auch eingeladen. Erste
Sprachkonfusionen entstehen, Mischmasch deutsch/englisch. Tom
probt das erste Mal spanisch...
Viel zu schnell vergeht die Zeit bis zum Weiterflug.
Die Gastfreundschaft werden wir so schnell nicht vergessen.
Wir lernen
auch einen kleinen Teil des typisch amerikanischen Lebens kennen.
Wer nur ein Auto hat, gilt fast als asozial, zwei sind
Pflicht und und am Besten fuer jedes Kind eins. Die Faulheit
der Amerikaner ist wirklich schlimm. Alles geht vom Auto aus,
selbst die Bedienung des Geldautomaten. Was wir dann im Supermarkt erleben,
laesst das Job-Wunder Amerika erklaeren. Es gibt
viele Jobs, aber schlecht bezahlt. An der Kasse packt jemand
den Einkauf ein und dann kommt es noch schlimmer. Die Waren
werden irgendwo zwischen gelagert, man faehrt die pickup-lane
entlang und dort werden sie in den Kofferraum gepackt. Jetzt
wissen wir auch, warum viele Amerikaner fett sind, aber dazu
spaeter.
Von Chicago sind wir nach Miami geflogen.
Dort haben wir uebernachtet (auf dem Flughafen).
Am naechten Tag ging es dann weiter nach Tegucigalpa,>
der Hauptstadt von Honduras. Der Anflug auf den Flughafen ist
den Preis wert. Wir haben uns immer gewundert, warum es teuer
ist, nun wissen wir es. Es der Abenteuerzuschlag. 10 Meter
tiefer, und die linke Tragflaeche koennte man als Pflug einsetzen.
Nach einer sehr engen 180 Grad Kurve setzt das Flugzeug
irgendwie auf der Landbahn auf. Das Abfertigungsgebaeude
aehnelt einem Dorfbahnhof zu DDR-Zeiten.
Jetzt erleben wir das erste Mal, das wir wirklich Deutschland
verlassen haben. Der Zoll ist sehr streng und kontrolliert alle.
Als Auslaender werden wir aber durchgewunken. Kann man
Gastfreundschaft besser ausdruecken? Aber der Innenminister dort
heisst auch nicht Kanther.
Urspruenglich wollen wir mit dem Bus ueber San Pedro de Sula
nach La Ceiba fahren, um von dort aus nach Utila zu fliegen,
unserem anvisierten Ziel in Honduras. Beim Preis von 50,- DM
entschliessen wir uns ruckzuck, direkt von Tegucigalpa nach
Utila zu fliegen. Damit erspaaren wir uns Stress und vielleicht
auch Aerger. San Pedro de Sula und La Ceiba gelten nicht als die
sichersten Staedte. Also werden auf dem 'International Airport'
in Tegucigalpa gleich die Tickets nach Utila gebucht.
Die Hauptstadt von Honduras ist keine Reise wert. Sie ist ein
gewachsenes Dorf und und hat vergessen Stadt zu werden.
Unser Hotel ist schoen. Wir koennen uns nicht beklagen, aber laenger
als einen Tag sollte man nicht in der Hauptstadt in verbringen.
Withold bekam das erste Mal eine Vorstellung, was Mittelamerika
ist. Auf jeden Fall kaufte er dort geplantermassen (Empfehlung RAF)
seine Haengematte. Die erwies sich als ueberaus nuetzlich, aber
auch dazu spaeter. Tom hatte endlich die Gelegenheit, seine Schuhe
reparieren zu lassen. Das muss man gesehen haben :-) In Deutschland
kostet das ein halbes Koenigreich.
Zwei Tage spaeter startet der Flieger nach La Ceiba. Dort steigen
wir in eine gute russische JAK um, die uns nach
Utila bringt.
Dort werden wir 10 Tage bleiben und entweder das Tauchen lernen
oder die Faehigkeiten verbessern. Leider klappt es nicht, dass
Withold am Ankunftstag sofort mit seinem Kurs anfangen kann.
Deshalb kann er erstmal nur schnorcheln gehen, aber Warten steigert
ja bekanntlich das Verlangen. Thomas will den
Rescue-Diver machen. Deshalb macht sich erstmal ein Erste-Hilfe-Kurs
noetig. Da der am Abend stattfindet,
bleibt vormittags Zeit fuer Fun-Dives. Im Laufe der Zeit absolviert Withold
seinen Open Water-Schein und schliesst daran sofort den
Advanced Open Water an. Thomas lernt die Grundkenntnisse der
Ersten Hilfe und spaeter das Suchen und Bergen von Tauchern.
Jede verfuegbare Gelegenheit wird zum Tauchen genutzt.
Beim Preis von US$ 20 plus US$ 2 fuer die Versicherung kann man
nicht anders. Wer noch nie getaucht ist, der stelle sich
schnorcheln wie "vor dem Aquarium sitzen" und tauchen wie "im
Aquarium schwimmen" vor. Das Leben unter Wasser ist eine andere
Welt, man vergisst, dass es noch etwas anderes gibt.
Bunte Fische, kleine und grosse, Korallen in allen Formen geben einem
das Gefuehl sich in einem Maerchenwald zu befinden. Haie gibt
es dort leider keine, dafuer Rochen, Baracudas, Drueckerfische
und und und ... Leider sind die Pressluftflaschen bei Withold noch
schneller leer als die Bierflaschen...
An zwei Tagen haben wir das Vergnuegen mit einer Gruppe
Amerikaner zu tauchen. Diese werden von ihrer gemieteten Insel
abgeholt und per Zubringerboot zu unserem 100m entfernten Boot
gebracht.
Der Gesamtwert der Ausruestung dieser "Tauchsportfreunde"
entspricht in etwa dem Wert des Bootes. Die Gruppe besteht aus
einem netten Herren, dessen Gewicht wir auf mind. 150 kg
schaetzen und dessen Figur der eines Wuerfels sehr nahekommt
und fuenf netten Damen. Ein Mitreisender drueckt die Ankunft der
Gruppe mit "Die Gespensterbahn kommt" sehr treffent aus. In der
Regel benutzt man zum Tauchen einen Bleigurt. Je nach eigenem
Gewicht sind dort 2-5 Stueck Blei aufgefaedelt.
Der etwas dickliche Herr muss einen zweiten Gurt umbinden,
nachdem auf den
ersten kein Blei mehr drauf passt. Die Damen wappnen sich
gegen die unbeschreibliche Kaelte des Wassers (29 Grad Celsius/40 m Tiefe) mit 2-3 Wetsuites (5 mm) und Haeubchen, um am
Kopf nicht zu frieren und tragen Handschuhe.
Als dann beim spaeteren Auswaschen der Tauchausruestung einem
Divemaster ein Stein aus dem Jacket faellt, wissen wir woher
die vielen Gewichte bei unserem Amerikaer gekommen sind.
Das uebliche Verfahren ins Wasser zu gelangen ist, das Jacket
(incl. Flasche) ins Wasser zu schmeissen, hinterherzuspringen
und sich alles im Wasser anzuziehen. Das erspaart ein Chaos auf
dem Boot, ist bequem und beschleunigt das Verfahren.
Eben dazu sind die Amerikaner nicht in der Lage. Die werden von
zwei Divemastern mit voller Ausruestung ins Wasser getragen.
Uns ist es vergoennt, diese Show miterleben zu duerfen. Was die
Typen dann unter Wasser machen, hat mit Spass allerdings nichts
mehr zu tun.
Das Riff ist ein empfindlichen Oekosystem. Deshalb ist die
ersten Grundregel: Finger weg! Diese Knallkoeppe halten sich
an den Korallen fest und leuchten in jedes Loch hinein. Warum
gibt es auf Utila bloss so wenig Muraenen?
Untergebracht sind wir direkt in der Tauchbasis. Das Zimmer ist
einfach, aber man braucht es ja nur zum schlafen und duschen.
Am Nachmittag halten wir uns fast immer in den Haegematten auf,
die direkt davor aufgehangen sind.
Um so laenger wir uns auf Utila aufhalten, umso besser wird der
Kontakt zu den anderen Mitbewohnern in der Tauchbasis bzw.
anderen Tauchern auf unserem Boot. Da sich hier weder
Neckermaenner noch TUIristen
aufhalten, ist das auch nicht weiter
schwierig.
Wer nach Utila faehrt, kommt fast immer mit dem
Rucksack. Entsprechend ist die Stimmung auf der Insel. Es gibt
viele kleine Kneipen, Restaurants und Tauchbasen. Am Abend
sitzt man gemuetlich in einer Kneipe und trifft eigentlich
ueberall Bekannte, die man zuvor auf der Insel kennengelernt
hat.
Eine besondere Rolle in der Kneipenlandschaft stellt wohl das
Seabreaker
dar. Diese Kneipe steht auf einem Steg und bei
genauer Betrachtung bekommt man den Eindruck, sie waere komplett aus Treibholz gebaut. Das Flair dieser Restaurants kann
kein Hotel bieten.
Auf Utila verbringen wir auch Weihnachten.
Fuer die "Ureinwohner" wird das Fest genutzt, um die gesammelten Vorraete an
Feuerwerkskoerper abzubrennen. Es draengt sich der Eindruck
auf, dass man versucht die Insel zu sprengen. Auf der einzigen
Strasse ist es am Abend nicht mehr moeglich zu laufen. Der Versuch Feuerwerkskoerper zwecks Gegenwehr zu kaufen scheitert
klaeglich. Thomas
wird von Horden 2-10 jaehriger mit solchen beworfen, so dass ein
Weiterlaufen nahezu lebensgefaehrlich wird. Ausloeser dieses
Versuches war ein Amerikaner, der in der Tauchbasis seit einem
dreiviertel Jahr wohnt und es sich nicht nehmen laesst die
Knaller mit einem Namen zu beschriften und dann unter die
Haengematten der Leute zu plazieren. Leider koennen wir ihm
keinen Knaller mehr unter sein Bett stellen.
Am letzten Tauch-Tag in Utila kann er am zweiten Tauchgang
nicht mehr
teilnehmen. Der erste Tauchgang an diesem Tag war sein letzter. Mit
ihm verliert Utila einen exzellenten Taucher und wir einen
guten Freund. Wir koennen uns leider nurnoch hier fuer die Zeit
bedanken, die wir mit ihm verbringen durften. Um Geruechten
vorzubeugen, es war kein Tauchunfall.
Wie die Knaller Weihnachten zu Utila gehoeren, so auch die
Illuminationswut der Leute. Der Stromverbrauch muss gigantisch
sein. Da werden dann komplette Haeuser in Lichterketten
gehuellt. Wem das nicht reicht, der haengt ein Fahrrad in einen
Baum und illuminiert
auch dieses. Auf dem Dach kommt in voller Lichpracht der
Weihnachtsmanm auf einem Schlitten, von Rentieren gezogen. Das muss
man gesehen haben.
Die Ernaehrung auf Utila laesst nicht zu wuenschen uebrig. Zum
Fruehstueck gibt es einen grossen Becher Kaffee und frisch
gebackenen Kuchen in einer kleinen Bude links um die Ecke oder
auch die uebliche Palette, wenn man rechts um die Ecke laeuft.
Die restlichen Mahlzeiten werden in Restaurants eingenommen.
Von Pizza ueber Fisch bis zu
vegetarischen Gerichten ist alles zu haben und das zu einem
Preis, wo selber kochen nicht lohnt.
Das Tauch-Resort bietet noch den unschaetzbaren Vorteil:
Internet. Dadurch reisst der Kontakt zur Heimat erstmal nicht
ganz ab. Diese Tatsache wird allerdings zum Handicap, wenn
7:45 Uhr der Flieger geht und man bis 7:20 Uhr am
Terminal sitzt. Das daraus resultierende Abreiseverfahren wird
nach Schuetze als Utila-Kampfstart bezeichnet.
Wer jetzt Lust verspuert dort auch einmal zu tauchen, der muss
wissen dass Utila von mehreren Fluggesellschaften meist von
La Ceiba aus angeflogen wird. Es gib wenige Verbindungen zur
Nachbarinsel Roatan, bzw. Faehren. Entsprechende Fahrplaene
sind in guten Reisefuehren enthalten.
RAF (Schuetze: ReiseAgentur Fichte) behauptet, dass Pauschalreisen
nach Utila von
Deutschland aus nicht gebucht werden koennen, im Gegensatz zur
Nachbarinsel Roatan. La Ceiba bzw. Roatan werden von
allen groesseren Staedten Mittelamerikas angeflogen.
Linienfluege dorthin sind im Reisebuero erhaeltlich.
Ein weiterer Nachteil fuer Menschen mit schwachem Herz ist der
Airstrip von Utila.
Wer das Abenteuer mag, dem sei der Landeanflug auf die Insel dringend
empfohlen, alle anderen nehmen
bitte die Faehre! Der planierte Feldweg liegt auf einer der
Hauptinsel vorgelagerten Halbinsel. Die Anfluege sind nur mit
russischen Maschinen moeglich. Alle anderen wuerden auseinanderfallen.
Das Flugzeug setzt 2 m hinter der Wasserkante auf
und kommt 5 m vor dem Ende der Halbinsel zum stehen. Hat es
vorher geregnet, gibt es grosse Pfuetzen auf dem Airstrip. Der
Start verlaeuft aehnlich. Man rollt zum einen Ende des Weges,
wendet, Bremsen rein, Triebwerke auf
volle Leistung und kurz vorm Auseinanderfallen des Flugszeugs
werden die Bremsen geloest. Die vorhandene Geschwindigkeit
reicht, um knapp vorm unfreiwilligen Baden abzuheben.
Nach 10 Tagen verlassen wir nun Utila in einer 20-sitzigen
Maschine um kurz darauf eine Zwischenlandung in
Roatan zu machen. Die Insel besitzt den modernsten Flughafen Honduras.
Die dort freigelassenen Passagiere lassen erahnen, wessen
Urlaubsparadis die Insel ist. Alle Preise auf dem Flughafen
sind in US$ beschriftet und die Fluggaeste sehen aus, als ob
sie viele davon haben. Es gibt sicher Moeglichkeiten billig auf
der Insel unterzukommen und das Tauchen ist auch nur um 33%-50%
teurer als auf Utila, aber es gibt berechtigte Zweifel, ob das
Flair dieser Insel an Utila auch nur ansatzweise
herankommt. Fuer den, der gewisse Sicherheiten (sauberes
Hotel, kein Aerger wegen fehlender Sprachkenntnisse, ...) im
Urlaub haben will, ist Roatan eine gute Wahl. Organisierte
Reisen bieten einige Veranstalter aus Deutschland dorthin an.
Diese haben dann aber ihren Preis ....
Von Roatan bringt uns "Carribien Air" (kling gut, oder?)
nach
Belize.>
Wir wollen dort 2 Tage bleiben und nochmals Tauchen gehen.
Vor Belize gibt es das zweitgroesste Barriereriff der Welt und
exzellte Divesites.
Erster Hammer: Unfreundlich, aber geldgierig versucht man uns klarzumachen,
dass jeder Mitfahrer in einem Taxi zu zahlen hat. Das
ist uns zu bloed, unter Unverstaendnis dokumentierenden Blicken
laufen wir unter tropischer Glut mit unserem Gepaeck in Richtung
Stadt los. Es dauert gar nicht lange und wir werden von einem
Schwarztaxi mitgenommen. Und so schlagen wir uns zum Hafen durch.
Von dort faehrt das Speed-Boat zur Insel Caye Caulker die wir
gegen 18.00 Uhr erreichen. Schon auf dem Boot entscheiden wir, bloss
einen Tag dort zu bleiben.
Aber schon trifft uns der naechste Hammer: Caye Caulker ist
unverschaemt teuer und unfreundlich obendrein.
Der Versuch Tauchgaenge zu einem bezahlbaren Preis zu
bekommen scheitert. Das billigste sind US$ 50 fuer 2 Dives. Da
sieht man dann aber nur das lokale Riff und das ist nicht
schoener als in Honduras. Wer die Hoehepunkte erleben will,
muss schon US$ 70-85 bezahlen. Zu viel fuer zu wenig Neues ...
Den Entschluss, die Insel am naechsten Morgen mit dem ersten
Boot zu verlassen, bestaerkt noch der Supermarkt. Das Bier ist
entschieden zu teuer und das ist wohl das Letzte! Es bleibt der
einzige Abend, an dem wir auf
Bier freiwillig verzichten. Dafuer veranstaltet Tom an diesem
Abend Badefestspiele unter der Dusche, damit wenigstens ein Teil
des Geldes abgearbeitet wird.
Dem Reisefuehrer nach, ist Belize ein Tauchparadis. Wir koennen
es nicht empfehlen. Unter Wasser muss es sehr schoen sein, aber
es muss auch das andere stimmen, jedenfalls fuer uns.
Nach nur ca. 12 Stunden auf Caye Caulker fahren wir zurueck nach
Belize City und nehmen von dort den Linienbus an die Grenze von
Guatemala. Wenigstens der ist bezahlbar. Belize als Land ist so
toll, dass wir im Bus schlafen... In Belmopan, Hauptstadt
von Belize, ist Pause, echt ergreifend. Wir sind froh, als wir
weiterfahren.
Melchor de Mencos>
ist das erste Dorf in Guatemala. Die Abfertigung an der Grenze
geht recht zuegig. Die Menschen sind wieder freundlich und das
Bier billig. Ein freundlicher Mitmensch erklaert uns, wo das
lokale Busterminal ist, so dass wir nicht auf die Minibusse mit
ihren Phantasiepreisen zurueckgreifen muessen.
Das Terminal ist ca. 1 km von der Grenze entfernt. Der Weg
lohnt sich. TUIristen und Neckermaenner nehmen besser den
Minibus. Das Terminal verwandelt sich in der Regenzeit in eine
Schlammwueste.
Die Nacht zuvor hat es gut geregnet... Der Bus ist
streckenweise ueberfuellt und Huehner muss man als Sitznachbar
auch ertragen koennen. Jedenfalls steuert den Bus von der Grenze
nach
Flores
eine Ausnahme unter guatemaltekischen Busfahren. Der Mann
beherrscht seinen Bus nicht nur (ein Kunststueck auf dieser
verschlammten Piste), er unterlaesst auch riskante
Ueberholmanoever. Flores
ist ein wunderschoenes Dorf inmitten des Lago Peten Itza.
Das Doerfchen ist ueber einen Damm zu erreichen. In Flores
quatieren wir uns fuer zwei Naechte in einem kleinen Hotel ein.
Die Besitzerin ist sehr freundlich und es gefaellt uns ausgesprochen gut.
Allerdings ist Regenzeit und es ist etwas kalt.
22 Grad im See sind zum Baden nun doch etwas wenig. In der
Regel startet man von Flores einen Tagesausflug nach
Tikal.
Diese alte Maya-Stadt ist ein Muss fuer jeden, der nach
Guatemala kommt. Die Ruinen und Pyramiden sind gigantisch,
nicht so gross wie in Mexico, aber einfach nur schoen.
Wegen
des schlechten Wetters koennen wir den Sonnenaufgang dort
leider nicht erleben.
Von Flores fahren wir auf dem
Peten-Highway
nach Guatemala-City. Natuerlich koennten wir auch einen Flug
fuer US$ 25 nehmen. 12 Stunden Bus fahren ueber teilweise sehr
schlechte Piste belasten das Gesaess doch maechtig, aber es ist
wohl eine der besten Gelegenheiten
das Land kennenzulernen.
Einmal sind es die Menschen im hoffnungslos ueberfuellten Bus,
zu denen man wohl wegen der Enge zwangslaeufig eine Beziehung
aufbaut, andereits verlaeuft die Strasse
erst durch den Regenwald des Peten,
dann uebers Flachland und am Ende durchs
Gebirge. Staendig ist man von Eindruecken ueberwaelltigt. Am
Abend kommen wir in
Guatemala-City
an.
Die Stadt ist keine Schoenheit, unser Hotel auch nicht.
Aber es ist ja nur fuer eine Nacht. Am naechsten Morgen gehen
wir noch schnell in die Stadt und am Nachmittag fahren wir mit
dem Linienbus nach
Antigua (de Guatemala),
der ehemaligen Hauptstadt des Landes. Heute ist der letzte Tag
des Jahres 1997 und Thomas' Geburtstag. Schnell finden wir ein
kleines billiges und
auch sauberes Hotel. Dort werden wir 2 Naechte bleiben. Am
Abend bereiten wir uns auf die Silvesterfeier vor. Kneipen gibt
es in Antigua genug. Nach einer Stunde suchen finden wir auch
eine, die uns gefaellt. Anfangs noch voellig leer, kann man
gegen 22:00 Uhr nicht mehr treten. Kurz vor Mitternacht leistet
der Kellner den Offenbarungseid: Das Bier ist alle. Wir
brauchen aber auch keins mehr. In der Stadt tobt der Baer. Es
ist eine riesige Party. Die eingesetzten Feuerwerkskoerper
reichen aus um jede Armee (???, auf jeden Fall die Bundeswehr)
in die Flucht zu schlagen. Am naechsten Morgen sind einige
Opfer mit Schotterflechten zu sehen. Alledings vergisst man in
seiner ausgelassenen Freude, dass Guatemala auch ein sehr armes
Land ist. Wir weigern uns Geld fuer die Knallerei auszugeben
und geben es lieber den Menschen, die auf duennen Decken auf dem
zentralen Platz schlafen (muessen). Das Geld, welches in
dieser Nacht in Antigua verknallt wird, reicht sicher, um diesen
Menschen ein wuerdigeres Leben zu finanzieren.
Eine Abstecher nach Antigua lohnt sich immer.
Bis 1773 war die
Stadt Hauptstadt von Guatemala und wurde von einem Erdbeben
zerstoert. Die Ruinen sieht man heute noch. Viele Leute bleiben
dort bis zu 10 Wochen. Spanisch-Schulen haben die Stadt zu
einem Anlaufpunkt fuer Backpacker gemacht. Und das wird ihr
jetzt zum Nachtteil. Es gibt bessere Plaetze die Sprache zu
lernen, es sei denn man moechte sein Englisch aufbessern.
Antigua ist von Vulkanen umgeben. Der Vulkan des Wassers ist
der hoechste und eindrucksvollste, der
Pacaya
der einzig noch aktive. Klar gehoert eine Besteigung zu unserem
Programm. Nach anfaenglichem Organisationschaos und Umsteigen
zwischen den Bussen fahren wir Neujahr 1998 zum Vulkan. Die
Strasse ist halbswegs in Ordnung, bis zu dem Punkt, wo es vom
Highway runtergeht. Ab dort kann man jeden Feldweg bei uns als
Autobahn verkaufen.
In einem kleinen Doerfchen werden alle 61
Passagiere freigelassen. Ab dort beginnt ein, von 3 Fuehren
begleiteter, Aufstieg auf den Vulkan. Die erste Stunde ist es
ein sehr gemuetlicher Weg. Dann wird das wahr, was wir
befuerchtet hatten. Nachdem wir aus dem Regenwald raus sind,
stehen wir in Mitten der Wolken auf 2700 m. Der einsetzende Sturm
laesst schlimmstes erahnen. Den Aufstieg an den Rand des
Kraters brechen wir irgendwann ab. Zu sehen ist sowieso nichts
und der Wind wird immer staerker. Man kann sich kaum noch halten.
Dazu kommt, dass auf den letzten Metern man sich nur noch
ueber scharfkantige Lavabrocken quaelt, nachdem man vom steilen
Anstieg durch losen Sand schon zermuerbt wurde. Es ist zwar
schade, aber der Vulkan bleibt bis zur naechsten Reise vom
Withold unbezwungen. Thomas war vor 3 Jahren schon einmal am
Rand und hat die Lava gluehen sehen.
Der Abstieg erfolgt in der Dunkelheit und es gleicht schon fast
einem Wunder, dass die Fuehrer alle Leute wieder gesund nach
unten bringen. Als Lohn erhaelt jeder von ihnen US$ 3, die
Reiseagentur hat insgesamt US$ 610 von den Passagieren eingenommen.
Es ist beschaemend.
Auf der Fahrt nach Antigua haben wir ueberlegt, wie wir die
letzten Tage unseres Urlaubs verbringen. Entweder wir fahren
noch ein wenig umher, vielleich nochmal nach Honduras oder nach
El Salvador oder wir besuchen noch eine Spanischschule. Withold
entscheidet sich fuer letzteres. Er spricht zu diesem Zeitpunkt
nicht mehr als 10 Worte Spanisch.
Antigua faellt aus oben genannten Gruenden aus. Eine Alternative stellt
Quezaltenango da. Die Stadt liegt im Hochland und
ist fuer eine gute Ausbildung bekannt und nicht ueberlaufen.
Ihr Lage ist aber auch ihr Nachteil. Dort ist es kalt. Wir
wollen deshalb noch einen kleinen Zwischenstopp an der Pazifikkueste einlegen. Badeorte gibt es dort viele. Wir waehlen
Monterico.
Die Beschreibung im Reisefuehrer laesst Gutes erwarten. Mit
einem Linienbus fahren wir einen Tag nach der missglueckten
Pacaya-Besteigung nach Escuintla. Gegen diese Strasse ist der
Peten-Highway Gold. Was der alte amerikanische Schulbus (klar,
der war wie immer ueberfuellt) abhaelt, laesst Hochachtungen
vor den Buskonstrukteuren aufkommen. Der Alptraum dauert 1 1/2
Stunden. Missen moechten wir dieses Erlebnis "Busfahrt" aber
nicht. Von Esquintla geht es mit einmal Umsteigen nach
La Avellana. Hier faehrt die Fahere nach Monterico ab. Allein die
Fahrt auf dem Mangroven-Kanal ist ein Erlebnis.
Im Reisefuehrer haben wir gelesen, dass es in Monterico eine
Spanischschule gibt. Also probieren wir erstmal dort
unterzukommen und eventuell auf die geplante Weiterfahrt nach
Quetzaltenango zu verzichten. Die Schule zu finden gestaltet
sich als mittelmaessig kompliziert.
Aber viele freundliche Menschen weisen uns dann den Weg.
In der Schule empfaengt uns Giovannie, ein 20 jaehriger, 1.54 m
grosser, freundlicher junger Mann, der hier die Schule leitet.
Natuerlich koennen wir dort einen Kurs besuchen. Im Gegensatz
zu anderen Staedten ist eine Unterbringung in einer Familie
nicht moeglich, dafuer aber in der Schule. Was in den folgenden
Tagen passiert, kann man nicht in Worte oder Bilder fassen.
Der Ort ist ein wunderschoenes kleines Doerfchen, dass bis
jetzt vom grossen Tourismus verschont blieb. Erreichbar ueber
einen Feldweg oder per Faehre, ist er auch ein wenig
abgeschirmt. Wer im Urlaub eine gute ausbebaute Infrastruktur
braucht, der sollte spaetestens hier aufhoeren jeden Gedanken
an Monterico zu verschwenden.
Die Hauptstrasse unterscheidet sich von den anderen Wegen nur
dadurch, dass der Sand ein wenig fester gefahren ist und sie
einen betonierten Fussweg besitzt. Zum Einkaufen gibt es
zwei etwas groessere Laeden (ca. 20 qm Verkaufsflaeche) und
noch ein paar kleinere. Das Brot holt man am besten in der
Baeckerei. Ausser Sonntag gibt es ab 14:00 gibt frische Broetchen.
Die Strassen sind Sand pur. Am
Abend kann es durchaus passieren, dass man auf dem Weg zum
Einkaufen ueber ein Schwein stolpert, welches sich dort zur
Nachtruhe begeben hat.
Strassenbeleuchtung ist sehr selten.
Hotels gibt es genuegend, in allen Preisklassen, wobei US$ 50
die Obergrenze sind. Am Wochenende kommen viele Leute aus
Guatemala City dorthin, so dass sich der Ort ein wenig fuellt.
An den restlichen Tagen ist es sehr ruhig.
Restaurants sind in allen Preisklassen vorhanden. Vom typischen
guatemaltekischen Essen bis zu italienischem Essen (mit Originalzutaten)
ist alles zu haben.
Das Fehlen von Mc Donalds wirkt sich nicht negativ aus.
Der eigentliche Grund, warum man nach Monterico faehrt ist der
Strand. 30 m breiter, schwarzer Sandstrand und bis zu 2 m hohe
Wellen des Pazifiks muss man erlebt haben. Das Wasser hat
angenehme 27 Grad Celsius und die Luft erwaermt sich im Januar
auf 35 Grad in der Mittagszeit. Wolken sind in dieser
Jahreszeit Mangelware.
Wir quartieren uns nun in der Spanischschule ein. Der erste
Eindruck ist doch etwas widerspruechlich. Die Kueche im Haus
sieht sehr rustikal aus. Wir werden uns daran gewoehnen. Im
Haus schlafen noch noch zwei Schweitzer und die vier Spanischlehrer.
Es gibt einen grossen Raum, wo wir unsere
Haengematten aufhaengen koennen, spaeter dienen diese den Lehrern als
Schlafgelegenheit.
Der Unterricht findet wahlweise in der Schule oder in einem
Restaurant am Strand statt. Wie die Wahl ausfaellt, braucht ja
nicht erlaeutert zu werden. Unterrichtet wird nach dem
Prinzip, ein Lehrer, ein Schueler durchgefuehrt. Damit ist
eine optimale Ausbildung gewaehrleistet. Wir entscheiden uns,
unseren Unterricht vormittags zu nehmen. Ein sehr gute Wahl. In
der Pause kann man Baden gehen, nachdem man seinen Kaffee
getrunken hat und der Nachmittag bleibt zum baden und lernen.
Spanischunterricht ist mehr als nur das Lernen von Vokabeln
oder Grammatik. Dazu gehoert auch, dass man von sich oder von
Deutschland erzaehlt, genauso wie es der Lehrer bzw. die
Lehrerin tun. Es ist eine der besten Gelegenheiten etwas ueber
Guatemala zu erfahren. Diese Konservationsuebungen sind in
Deutschland unmoeglich. Hier muss alles nach einem Lehrbuch
passieren. Natuerlich muessen auch wir Vokabeln oder Grammatik
lernen, aber wo geht das besser als in der Haengematte, in der
Schule oder am Strand.
Da die Lehrer im selben Haus wie wir leben, bleiben Kontakte am
Abend zwangslaeufig nicht aus.
Hat man am Vormittag Grammatik
gelernt, dann steht der Abend im Zeichen von Konversationsuebungen.
Es entwickelt sich ein sehr herzliches Verhaeltnis
zwischen uns. Es wird gemeinsam gekocht, gegessen und auch
getrunken.
Giovannie organisiert eine Fahrt durch die Mangroven, ein Muss
in Monterico. Es gibt Pelikane in Massen und unser Guide
Poncho erklaert uns die Mangroven, in Spanisch natuerlich. Die
Fahrt findet zum Sonnenaufgang statt. Es ist beeindruckend.
Im Ort gibt es ein kleines Reservat, wo Schildkroeten und
Kaimane aufgezogen werden. Auch dieses besuchen wir. Der Versuch
am Abend, eine Schildkroete beim Eierlegen zu finden, schlaegt
leider fehl.
Eine weitere Attraktion ist das Schildkroetenrennen. Die
geschluepften kleinen Tiere werden fuer ca. US$ 2 an Besucher
"verkauft". Auf einem geharktem Strandabschnitt beginnt dann
das Rennen. Wessen Schildkroete als erste das Wasser erreicht,
der bekommt ein Essen (keine Schildkroetensuppe!). Die
Besucher haben ihren Spass und das Reservat eine kleine Einnahmequelle.
Nach 9 Tagen muessen wir Monterico leider verlassen, sicher
kommen wir wieder. Der Abschied
wird zum Anlass einer grossen Abschlussparty genommen.
Unsere Lehrer besorgen den Fisch, den sie am Abend koestlich
zubereiten, wir sind fuer die Getraenke zustaendig.
Wenn man bedenkt, dass ein Spanischlehrer US $1 pro Unterrichtsstunde
verdient und wir am Abend sehr viele
"Gratisstunden" bekommen haben, eine wohl mehr als noetige Geste der
Anerkennung.
Die Party artet, wie zu erwarten, aus und unser Vorhaben am
naechsten Tag um 08:00 Uhr mit der Faehre zu fahren scheitert
natuerlich. Wenigstens das Boot um 09:00 schaffen wir dann.
Monterico bringt nicht nur erhebliche Zuwaechse bei den
Sprachkenntnissen. Wir haben viele neue Freunde kennengelernt.
Nicht wie in anderen Staedten, wo Touristen, oder soll ich
TUIristen schreiben, das Bild praegen,
sind hier die Menschen
freundlich und aufgeschlossen. Es ist eine der wenigen Gelegenheiten das natuerliche Guatemala kennenzulernen. Um dies auch
in Zukunft zu erhalten, koennen wir nur alle bitten, die Urlaub
am Strand suchen und sonst nichts mit einem Land zu tun haben
wollen, nicht nach Monterico zu fahren. Der Ort ist ein Paradis,
und das soll er auch bleiben.
Mit dem Bus fahren wir nun wieder zurueck nach
Guatemala City.
Wie ueblich handelt es sich dabei um einen alten amerikanischen
Schulbus, wie ueblich ueberfuellt. In Guatemala wollen wir noch
schnell einkaufen gehen. Leider ist Sonntag und viele
Geschaefte sind geschlossen. Wir koennen also nicht mehr viel
tun und zwaengen uns am naechsten morgen in den Linienbus zum
Flughafen La Aurora. Hier hat Thomas das erste Mal Angst im
Urlaub. Der Bus ist so voll, dass nur noch Aussenbord
Platz ist. Der Fahrer hat es eilig und mit Thomas, eine Hand
an der geoeffneten Tuer, die andere am Aussenspiegel, heizt der
Bus durch die Stadt. Woanders wuerde das als Attraktion verkauft...
Wir fliegen von Guatemala City nach
Miami.
Die US-Immigration hat grad Hochbetrieb und braucht 1 Stunde
fuer die Einreise in die USA. Da Amerikan Airlines noch falsche
Einreiseformulare verteilt hat, verzoegert sich die Einreise
weiter. Der Anschlussflug nach Chicago ist nun weg. Eine
Angestellte von American Airlines findet die treffenden Worte:
"Bull Shit". Irgendwie gelingt es ihr aber dann doch uns ueber
London nach Frankfurt zu schicken. Wir haben nun 5 Stunden Zeit
in Miami, die wir zum Einkaufen nutzen koennen.
Der Rueckflug verlaeuft dann problemlos und wir erreichen Deutschland
am 13.01.1998 gegen 14:20. Widererwarten schaffen wir auch den
Zug 15:16 vom Frankfurter Hbf und sind am Abend in Dresden, wo
uns Freunde von Withold mit einer Flasche Sekt in Empfang
nehmen.
Wer jetzt Lust bekommen hat, auch eine solche Reise zu machen, fuer den
hier ein paar kleine Informationen.
Guatemala und Honduras haben in etwa das gleiche Preisniveau. Ein Essen
kostet ca. US$ 3-5, eventuell auch teurer, wenn man in gute Restaurants
geht. Alkoholfreie Getraenke kosten ca. US$ 0.50, Bier US$ 1 fuer
eine kleine Flasche, US$ 1.75 fuer einen Liter. Hotels sind in alle
Preiskategorien vorhanden. Man bekommt, wofuer man bezahlt. Bei US$ 10
ist in der Regel ein sauberes Hotel mit eigener Dusche zu erwarten. Wer
es billiger haben moechte, der wird mit einer Gemeinschaftsdusche und
-klo vorlieb nehmen muessen.
Transportmittel sind ueberwiegend Busse. In der Regel sind das ausgediente
amerikanische Schulbusse. Fuer laengere Strecken werden auch
Pullmann-Busse eingesetzt. Die Fahrer sind bis auf wenige Ausnahmen
potentielle Selbstmoerder. Beim Busfahren kann man US$ 2 fuer 100 km
einplanen. Eine Alternative zum Busfahren sind Inlandsfluege. Die sind
sehr billig, aber nicht in allen Reisebueros verfuegbar. Rumfragen
lohnt sich also.
Die Strassen sind teilweise sehr gut, in anderen Faellen aber auch
unter derm Niveau eines Feldweges hier.
Eisenbahn gibt es keine.
Die Lebenshaltungskosten bewegen sich zwischen US$ 15 und 20 pro Tag.
Impfungen sich fuer die Laender nicht vorgeschrieben. Eventuell sind
Hepatitis A/B und Gelbfieber sinnvoll, wenn man sich laenger in
laendlichen Zonen aufhalten will. Ueber Malarivorbeugung gibt es hier
keine Aussage. Jeder muss allein wissen, ob er seinen Koerper damit
runiert oder das erhoehte Malariarisiko eingeht.
Trinkwasser gibt es nur abgefuellt zu kaufen, damit wird auch gekocht.
Das Essen ist in der Regel typische mittelamerikanische Kueche. Als
Hauptgericht gibt es fast immer Reis, zermanschte schwarze Bohnen und
eine Huehnerkeule, am Meer alternativ Fisch. Rindfleisch ist
erhaeltlich und wird sehr gut zubereitet.
Fluege nach Mittelamerika gehen entweder ueber die USA (Miami) oder
ueber Mexico City nach Europa. Als europaeische Airlines kommen meist
KLM oder Iberia in Frage. Die Fluege kosten zwischen 1400 und 2000 DM.
Pauschalreisen in diese Gegend sind selten. Meist ist ein Ausflug von
Cancun (Mexico) nach Tikal moeglich, bzw. ein Tauchurlaub auf
Roatan.
Amtssprache in Guatemala und Honduras ist Spanisch, in Belize Englisch.
In touristisch erschlossenen Zentren findet man meist jemanden, der
englisch spricht, auf dem Land nicht. Grundlegegende Spanischkenntnisse
sind mindestens sehr nuetzlich.
Wir haben einen wunderschoenen Urlaub erlebt. Hoehepunkte
waren zweifellos Utila mit seinen Tauchmoeglichkeiten und
Monterico,
das paradisische Dorf am Pazifik.
Nach diesem Urlaub sehen wir viele
Dinge unserer Wohlstandsgesellschaft anders. Wir bitten alle, die eine
Reise machen wollen, wie es die unsere war, dies mit offenen Augen zu
tun. Wer im Urlaub von den Problemem dieser Welt verschont bleiben
will, dem helfen wir gerne, ein guenstiges Angebot nach Mallorca zu
finden.
|